14. Oktober 2012

Alaa al-Aswani - Der Jakubijân-Bau

Lenos - ISBN: 3857877405




Klappentext 
"Die Armen wohnen oben, auf dem Dach, in kleinen Kabüffchen, die ursprünglich als Abstellkammern konzipiert waren. In den Stockwerken darunter geht es weniger knapp zu. Dort hat ein durch die Revolution von 1952 teilenteigneter Grundbesitzer sein Büro mitsamt Liebesnest, ein Chefredakteur seine Wohnung, ein Neureicher das Domizil für seine Zweitfrau und haben viele Ungenannte ihr ganz normales Zuhause. Auf vielfältige Weise verweben sich die Leben der Bewohner. Das Haus wird zum Mikrokosmos für Ägypten."







Wie kann man sich einem fremden, unbekannten Land nähern? Indem man es bereist, indem man Sachbücher liest, oder einen sehr ehrlichen, ungeschönten Roman, wie ihn Alaa al-Aswani geschrieben hat.

Mithilfe eines Hauses (welches wohl tatsächlich existiert) wird der Alltag im zeitgenössischen Kairo beschrieben. Geschickt werden unterschiedliche Ebenen, die Armen die in Blechhütten auf dem Dach des Hauses leben, und die Reichen in den Etagen darunter, miteinander verwoben.
Es ist kein schönes Ägypten welches dem Leser hier präsentiert wird, geht es doch um das tägliche Überleben, um Gier, Korruption, Macht, Sexualität, Homosexualität und Terrorismus.
Dennoch ist der Roman in all seiner Härte nicht abstoßend, sondern interessant, beklemmend, aber auch unterhaltend, geschrieben. Einige Figuren sind mir sogar regelrecht ans Herz gewachsen, zumal einige der Handlungen auch hier im Westen keine Unbekannten sind, wenn auch hoffentlich nicht so dominant wie im vorliegenden Roman, aber wer weiß das schon genau.

Das Buch ist 2002 in Ägypten erschienen und hat für einigen Wirbel gesorgt. Von Einigen für seine Ehrlichkeit und Selbstkritik hochgelobt, von Anderen als Verunglimpfung Ägyptens verstanden. Immerhin wurde das Buch 2006 in Ägypten verfilmt und lief u.a. in Cannes und auf dem Berliner Filmfest.

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