14. Oktober 2012

Donna Milner - Der Tag, an dem Marilyn starb

Piper - ISBN: 3492272118



Klappentext 
"Ist es ein Zufall, dass Lucy Coulter am selben Tag stirbt wie Marilyn Monroe? Der 5. August 1962 jedenfalls ist für Lucys Familie ein tragischer Tag: Warum musste die junge Frau auf so mysteriöse Weise ums Leben kommen? Doch ihr Tod zwingt ihren Mann Howard auch, sich endlich der Antwort auf eine Frage zu stellen: Warum hat er all die Jahre nie die Wahrheit über seine Vergangenheit gesagt? - Auf so klare wie eindringliche Weise schreibt die kanadische Erzählerin Donna Milner in ihrem neuen großen Familienroman von Vergebung, Liebe und der einenden Kraft der Wahrheit."







Für mich war diese Geschichte sehr beeindruckend, sie hat mich sehr berührt und kann sich zu einem meiner Lesehighlights 2012 zählen.

Der Tag, an dem Marilyn starb, war auch der Tag, an dem Lucy Coulter starb. Lucy, Mutter von 3 Kindern und liebende Ehefrau, wird mit ihrer Freundin Marlene tot auf deren Segelboot gefunden. Gestorben an einer Kohlenmonoxidvergiftung und einer gehörigen Menge Alkohol im Blut.

Was ist passiert, ein Unfall, Absicht? Wo doch Lucy nie Alkohol getrunken hatte.
Und was hat die junge Frau damit zu tun, die am Morgen des Todestages gegenüber dem Haus der Coulters gesehen wurde mit dem Tod zu tun? Warum steht sie nun jeden Morgen auf der anderen Straßenseite?

Wunderbar webt Donna Milner hier einen Teppich aus zwei Erzählsträngen.

Zum einen erleben wir die Familie nach dem Tod der Mutter aus der Sicht der jüngsten Tochter, der 11-jährigen Ethie, und werden Zeuge wie die Familie an dem Tod der Mutter und dem Leiden des Vaters zu zerbrechen droht.
Zum anderen nimmt uns die Autorin mit auf eine Reise nach Hongkong, wo Howard, Lucys Ehemann, im 2. Weltkrieg als freiwilliger Infanterist in Kriegsgefangenschaft gerät und den Gräueltaten der Besatzer ausgeliefert ist. Nach und nach erahnt der Leser in welcher Hölle sich Lucys Ehemann seit dem 2. Weltkrieg befindet.
Nach und nach erahnt man, wie sehr Lucy ihren Mann geliebt haben muss und wie sehr diese junge Frau auf der anderen Straßenseite sie verstört haben muss.
Auch wenn die Erzählung der Gegenwart sehr liebevoll gestaltet ist und man die Achtung und den Respekt der Familie untereinander miterlebt, hat mich doch der Erzählstrang aus Howards Zeit in Hongkong nachhaltig beeindruckt. Zu welch Gräueltaten ist der Mensch fähig und wie schaffen es einige doch in dieser Hölle ihre Menschlichkeit zu erhalten?
Diese Geschichte lebt von den leisen Tönen, die Zeilen dazwischen haben mir mehr enthüllt als das geschriebene Wort. Auch wenn das letzte Kapitel etwas kitschig geraten ist, die Figuren (und auch ich als Leserin) haben es verdient.

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