2. Dezember 2012

Gedanken zur SuB - Kultur


Der SuB, ein Phänomen welches zumindest Büchernarren und Leseratten bekannt ist. Wobei gerne diskutiert wird ob solch ein SuB Bereicherung oder Belastung ist.

Wie sieht es also aus mit dem SuB, dem Stapel ungelesener Bücher? Sollte sich ein Leser wirklich von gedrucktem Papier unter Druck setzten lassen, oder die pure Anwesenheit dieser in Buchdeckel eingefassten Blätter schlicht genießen?

Ich habe mich für die zweite Variante entschieden.  In meinen SuB im dreistelligen Bereich (die genaue Höhe ist hier nicht ausschlaggebend, variiert sie doch fast täglich) steckt schließlich eine Menge Herzblut und Geld. Viele Bücher  wurden gekauft um dann gar nicht so schnell gelesen zu werden wie der Nachschub den Stapel vergrößert. Andere wurde zu Anlässen wie Geburtstag und Weihnachten gewünscht, wieder andere ertauscht,  vom Wühltisch ergattert. 

SuB - Verweigerer  argumentieren oft mit dem Druck, den solch ein SuB ausübt, man könne  die ganzen Bücher gar nicht mehr in einem Leben lesen und der Lesegeschmack würde sich mit den Jahren schließlich auch ändern.
Betrachtet man das Ganze sportlich, so kann der SuB entspannt angegangen werden. 
Ohne weitere Bücherzugänge könnte ich meinen SuB -bei einem Lesepensum von ca. 45 Bücher pro Jahr-  in ca. 14 Jahren abgelesen haben. Gibt es neue Bücher, dauert es eben ein paar Jahre länger.
Das zweite Argument macht die Sache noch spaßiger. Ändert sich der Lesegeschmack werden die Bücher, welche unter den gegebenen Umständen nicht mehr gelesen werden möchten, wieder verkauft oder getauscht. Es gibt diesbezüglich eine ausreichende Anzahl von Anbietern im Internet. Auch die private Tauschbörse unter befreundeten Leseratten darf hier nicht vernachlässigt werden. 
Weitere Argumente für die SuB - Kultur ist zum Beispiel eine Krankheit welche einen für eine gewisse Zeit an sein Heim bindet und sei es nur eine starke Erkältung. Dank der vorhandenen Bibliothek findet sich für eine längere Zeit genügend Auswahl im Regal. Selbst finanzielle Engpässe können überbrückt werden, genügend Lesestoff ist vorhanden. 
Wie viel größer ist die Freude sich nach bestandener Unpässlichkeit wieder vollkommen dem Kaufrausch hingegeben zu können. Mit der Option des "kann" nicht "muss", zwingen tut einen schließlich niemand.

Ein ganz wichtiger Punkt noch:
So ein SuB, ist er einmal vorhanden, stellt keine weiteren Ansprüche. Er muss nicht gefüttert und gepflegt werden, verursacht keine weiteren Kosten. Ab und an ein wenig Staub weg gepustet, fertig. Aber wie viel Spaß bereitet es sich vor das Regal zu stellen und die ganzen Buchrücken zu betrachten, sich ein paar Bücher auszuwählen und diese auf der Couch anzulesen um sich dann für die nächste Lektüre zu entscheiden. 


Der Erfolg stellt sich kurzfristig ein, je nach Auswahl lacht man, weint man, oder ist als Gast in unterschiedlichen Ländern und Epochen unterwegs. Gefällt das gewählte Buch nicht, so wandert es zurück auf den SuB oder ins Aus.


Für mich ist die SuB - Kultur emotional. Mein SuB funktioniert nur real wenn ich die Bücher sehen und berühren kann. Einem E-Book fehlt diese Sinnlichkeit, dieser Rausch der Farben schon alleine durch die Buchrücken welche man nach Farben, Größe, Verlag oder Genre sortieren und immer wieder anfassen kann. 

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