9. Dezember 2012

Gina Mayer - Das Maikäfermädchen

Rütten & Loening  - ISBN: 3352008434






Klappentext: 
„Maikäfer flieg – der Vater ist im Krieg“ Sommer 1945. 
Die Hebamme Käthe Arensen muss sich allein in den Ruinen Düsseldorfs durchschlagen. Plötzlich steht ein Mädchen vor ihr, das die Melodie von "Maikäfer flieg" summt. Ingrid ist schwanger - und bittet Käthe, das Kind abzubtreiben. Die Hebamme lässt sich darauf ein - und fortan reißt der Strom von Frauen, die ihre Hilfe brauchen, micht mehr ab.
Die berührende Geschichte zweier Frauen im unmittelbaren Nachkriegsdeutschland - ein Roman über Suche, Wahrheit und die Kraft, sein Leben zu meistern."




Die Autorin Gina Mayer führt den Leser in diesem Roman in das Jahr 1945, in die deutsche Nachkriegszeit in Düsseldorf.
Deutschland ist zerstört und mit ihm die Menschen. Ein jeder muss mit der Vergangenheit klarkommen, jeder mit seiner Vergangenheit auf seine Art fertig werden.

Es gibt Trennungen von Ehepaaren zu verschmerzen, wo der Mann im Krieg geblieben ist. 
Es gibt Menschen, die ihre Taten aus der Nazizeit nicht verarbeiten können, aber auch Menschen die nun vom Unglück anderer profitieren wollen. 
Und es gibt die, die einfach um ihr Überleben kämpfen, so wie Käthe und Lilo. 
Einst als Hebamme und Säuglingsschwester tätig helfen sie jetzt schwangeren Frauen abzutreiben. 
Die Gründe sind vielfältig. Einerseits zahlen diese verzweifelten Frauen gut und das eigene Überleben wird gesichert, der ewige Hunger nach Essbarem gestillt. Andererseits ist ein fachlich korrekt durchgeführter Abbruch sicherer für diese unglücklichen Frauen als die Arbeit eines Stümpers.
Es ist eine Gratwanderung mit dem eigenen Gewissen. Leben töten um zu überleben? 

Gina Mayer macht uns zu Zeugen einer Zeit welche das ganze menschliche Elend verdeutlicht. Was bedeutet eigentlich Mensch sein? Wieviel Elend kann ein Mensch ertragen, ja auch anderen zufügen. Und wie hängt doch fast jeder an diesem erbärmlichen Leben. 
Glücklicherweise wird in diesem Roman nicht der moralische Zeigefinger erhoben. 
Dank der guten Recherche der Autorin ist eine eindrucksvolle Geschichte entstanden die berührt ohne zu belasten, mit wunderbaren plastischen Figuren.

Mit diesem Roman liegt der dritte Teil einer losen Reihen von historischen Romanen vor die alle in Düsseldorf spielen. Der erste Band "Zitronen im Mondschein" beleuchtet das Jahr 1926, um dann mit "Das Lied meiner Schwester" in die 1930er Jahre einzutauchen. Auch diese Romane lohnen und sind ebenso spannend und unterhaltend geschrieben wie dieses Buch.

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