Parker Bilal - Die dunklen Straßen von Kairo

rororo - ISBN 978-3499257650
 

Klappentext
'Der Moloch am Nil frisst Menschen.' 

"Im Sudan war er Kriminalkommissar und ein glücklicher Mann. Bis er Ärger mit den Islamisten bekam und auf der Flucht seine Familie verlor. Nun lebt Makana in Kairo, in einem Hausboot auf dem Nil, und hält sich mühsam als Detektiv über Wasser. Makanas neuer Klient indes hat Geld, viel Geld. Saad Hanafi kann sich sogar einen eigenen Fußballclub leisten. Dessen wichtigster Spieler ist verschwunden. Hanafi will ihn unbedingt wiederhaben. Je länger Makana sucht, desto mehr Dreck und Leichen fördert er zutage, und desto mehr bringt er sich selbst in Gefahr."






Die dunklen Straßen von Kairo ist ein gelungener Kriminalroman, der mit Spannung und Atmosphäre zu überzeugen weiß.
1981. Eine Engländerin hat ihre kleine Tochter in Ägypten auf einem Basar verloren.  
1998, der prominente Fußballspieler Adil Romario ist verschwunden. Der Besitzer des Fußballclubs und Mentor von Adil, Saad Hanafi, ein einflussreicher und sehr wohlhabender Ägypter, beauftragt einen unbedeutenden Detektiv namens Makana mit der Suche nach seinem Schützling. 
Warum wird ein ehemaliger Kriminalkommissar, welcher in seiner Heimat Sudan seine Familie verlor und vor den Islamisten nach Kairo flüchtete, mit solch einer Suche beauftragt? Warum kein berühmter Detektiv aus Ägypten? 
Was hat das Verschwinden des Mädchens vor 17 Jahren, mit dem aktuellen Verschwinden des Fußballspielers zu tun? Gibt es überhaupt einen Zusammenhang?
Der Leser begleitet Makana auf seiner Suche nach Adil durch das arme Kairo, wo sich die Menschen untereinander helfen müssen um zu überleben, wie auch durch das Kairo der Oberschicht. Einer Oberschicht die dekadent, gefährlich und menschenverachtend ist. 
Durch seine Recherche wird Makana immer wieder an seine eigene Geschichte erinnert und der Leser durchlebt mit ihm seine Vergangenheit im Sudan. Eine Vergangenheit, in der die Islamisten im Sudan die Macht übernommen haben und Recht und Ordnung für sich neu definierten, so dass Ägypten mehr als modern und weltoffen wirkt.

Gerade das Kairoer Lokalkolorit ist sehr authentisch und nicht verkitscht orientalisch romantisch, so dass eine stimmige Geschichte entstanden ist, mit Einblicken in die sozialen Strukturen der ägyptischen Bevölkerung.
Besonders nett fand ich die Begriffe im ägyptischen Dialekt, die ab und an eingebaut wurden. Wenn man sie nicht versteht tut dies der Lektüre keinen Abbruch, versteht man sie, so wird es noch ein wenig "heimeliger". 
Man merkt dem Roman an, dass sein Verfasser weiß worüber er schreibt, ist  "Parker Bilal"  das Pseudonym des britsch sudanesischen Autors Jamal Mahjoub, welcher im Sudan aufgewachsen ist und bereits einige Bücher veröffentlicht hat 


Kommentare

  1. ...wie auch durch das Kairo der Oberschicht. Einer Oberschicht die dekadent, gefährlich und menschenverachtend ist..
    Verdammt, wieso kommt mir das so bekannt vor, woran erinnert mich das bloss?

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