1. Mai 2013

Die Uni Erfurt klopft an mein Blog



Ich habe letztes Jahr im Oktober mein kleines Blog ins Leben gerufen um meine Reiseeindrücke über Ägypten irgendwo und irgendwie sinnvoll an einige Interessierte zum Besten zu geben. Natürlich kann ich, dem Alltag geschuldet, nicht so oft nach Ägypten fliegen wie ich es müsste um das Blog mit Impressionen bezüglich dieser Reisen zu füllen, also kamen flugs noch andere Dinge hinzu, die mir wichtig sind und dieses Blog mit Leben füllen.
Der Kreis der Interessierten schlug dann andere Wellen als ich es mir vorstellen konnte und Ende Februar kam per Mail eine Anfrage von Sebastian Gerth von der Uni Erfurt bezüglich seiner Dissertation:
„(…) Im Rahmen meiner Dissertation an der Uni Erfurt führe ich eine Bildstudie zum Thema der Arabischen Revolution in Ägypten durch. Bei meinen Recherchen bin ich auf Ihren Blog gestoßen und habe auch einige Artikel von Ihnen gelesen (z.B. diesen). Ich habe schon von der wenigen Lektüre gemerkt, dass Sie sich besonders für mich als Gesprächspartnerin eignen, da ich zur visuellen Wahrnehmung der Revolution forsche - von Menschen, die diese direkt vor Ort miterlebt haben! (…)“
Meine Gefühle schwankten zwischen einem kleinen bisschen Stolz, also Brust raus, und großen Zweifeln ob das wirklich von der Uni Erfurt kommt. Vielleicht macht sich einer nur einen Spaß mit mir?
Nein, kein Spaß. Bitterer Ernst, der in der Sache dann doch wieder Spaß machte, denn es geht tatsächlich um eine Doktorarbeit. Sebastian hat sich als Grundlage für seine Arbeit die ägyptische Revolution herausgepickt. Und ich? Ich war als Deutsche unmittelbar nach den revolutionären Ereignissen in Ägypten. Details darf ich hier verständlicherweise nicht verraten, denn die Arbeit ist noch nicht abgeschlossen. Nur so viel: Ägypten und seine Revolution ist die Grundlage, das Mittel zum Zweck, denn eigentlich geht es um die Verbindung der eigenen (visuellen) Wahrnehmung des Ereignisses mit dem Rückbezug auf die fotojournalistische Berichterstattung. Ah so.
Anfang diesen Monats war es dann so weit: Es gab ein Treffen bei mir im Büro, da dort die Räumlichkeiten besser sind und ich durfte einige Stunden lang diverse Aufgaben lösen (nein meine Intelligenz wurde nicht getestet), was wirklich spannend war und mir deutlich machte, welch umfangreiche Aufgabe der angehende Doktor sich da ausgesucht hat. 


An dieser Stelle nochmals vielen lieben Dank Sebastian, dass du mein Blog gefunden hast und ich einen Teil zu deiner Promotion beitragen darf, denn es war für mich spannend und nicht alltäglich. Auch meine Kollegen belagerten mich später, da sie das Zustandekommen dieses Treffens interessant fanden.
Ich bin auf die Auswertung gespannt und hoffe, dass du nicht vergisst mich über deine Ergebnisse zu informieren.

 
So kann es gehen, ein kleines Blog, in den Augen der Bloggerin und in Anbetracht der Größe des www doch eher klein und unbedeutend, steht ganz plötzlich im Dienste einer Promotion und der Wissenschaft.
Mein Fazit: Brust raus und weitermachen mit dem kleinen Blog.

Kommentare:

  1. Super gelaufen! Ich verstehe, daß Dich das alles sehr gefreut hat....sieh mal an, wozu so ein Blog dann doch nützlich sein kann! LG Andrea

    AntwortenLöschen
  2. Dein Blog ist weder klein noch unbedeutend!

    AntwortenLöschen
  3. Mach dich nicht kleiner als du bist. Es kommt doch nicht auf die Zahl der Besucher an, sondern wer die Besucher sind! Außerdem, wenn man nicht gerade über Nagellack oder Mode schreibt, hat man eh eine kleinere Leserschaft. Daher sieht es bei dir doch ganz gut aus. Mir z.B. ist es wichtig, die andere Seite meiner derzeitigen Heimat zu zeigen, jenseits vom Massentourismus. Und Menschen wie Sukunya Prueksaksemsuk (deren Mann als politischer Gefangener im Gefängnis sitzt) sind so dankbar für Blogs wie die unsrigen, denn sie wissen dadurch, dass sie nicht alleine sind und dass Menschen gibt, die Anteil nehmen. Das gleiche gilt für deine Berichte und Bilder über den Arab-Spring. Und ich denke, dass ist es doch, worum es unter anderem geht.
    Viel Spaß und Erfolg bei deiner Arbeit,

    Holger

    AntwortenLöschen
  4. Ich danke euch für die Blumen. Keine Bange, ich mach mich nicht kleiner als ich bin. Ich mag mein Blog so wie es ist und ihr als meine Stammleserschaft seit mir dabei richtig ans Herz gewachsen. I
    Die Anfrage von Sebastian kam aber gerade als ich meine ersten negativen Erfahrungen im Kommentarbereich sammeln durfte, von daher tat es wirklich richtig gut und ganz ehrlich, wer rechnet denn mit so einer Anfrage?

    Die Blogs denen ich folge (also eure) als auch meiner sind tatsächlich nicht massentauglich und das ist auch gut so. Ich finde es auch eher unspannend über Nagellacke und Mode zu lesen, ich denke da sind sich hier alle einig.

    AntwortenLöschen
  5. ...es gibt wirklich genug Blogs, deren Autoren und Leser einen geistigen Horizont haben, der mit der Oberkante ihrer gestylten Nägel zusammenfällt.
    Ich finde, die Aufmerksamkeit der Uni Erfurth beweist, dass diese Zellen, die Blogs in denen eben gedacht wird, eine wirkliche Berechtigung haben und wichtig sind, weil sie einen Beitrag leisten.
    Wozu?
    Zum Beispiel, um Massenmedien nicht völlig die Informationsherrschaft zu überlassen.
    Um Bilder facettenreicher zu machen.
    Um persönlich zu werden - in der Äußerung seiner Standpunkte sowie der Diskussion derselben. Dieses persönliche Element habe ich selbst total unterschätzt, bevor ich mit dem Bloggen angefangen habe. Ich habe nicht an wirkliche Kontakte geglaubt, eben nur so ein virteulles Rauschen im Äther des wwww.
    Zu erfahren, wie persönlich und vor allem real so ein Blog wirken kann, wenn da plötzlich jemand aus Erfurth anreist, ist doch einfach klasse, oder?

    AntwortenLöschen
  6. Klasse. Und da gibt es immer noch Menschen, die frage,n warum es überhaupt Blogs gibt

    AntwortenLöschen
  7. Klasse statt Masse sag ich da nur. Dein Blog ist nachhaltig, die von diversen Strickerinnen und Nagellacklackiererinnen eher weniger (auch wenn ich beides mag ;-)).
    Ich liebe deinen Blog und hoffe, dass du weiter machst.
    Zumal ich auch sicher weiß, dass diese Beiträge weder getürkt noch zensiert sind. Und das ist gerade bei diesen Themen nicht immer gewährleistet.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Pat, vielen lieben Dank für deinen Kommentar. An alle: Ich habe nichts dafür gezahlt ;-)

      Es ist richtig, diese Anfrage aus Erfurt zeigt ganz einfach, dass bloggen nicht total unnütz und lediglich zur Tötung der eigenen Langeweile dienen muss.
      Es ist bei den Blogs wohl eher wie mit dem Anbegot im TV, es finden sich immer Perlen die gut und wertvoll sind.

      Löschen
  8. P.S. Ich habe den Link zu Sebastian Gerth geändert. Unter dem nun angegebenen Link gibt es Informationen über das Thema seiner Promotion, wirklich sehr interessant das Thema.

    AntwortenLöschen
  9. Da hat die Uni Erfurt bei der richtigen Bloggerin angeklopft. Ich bin begeistert und finde es prima. Mach weiter so ...

    Liebe Grüße

    Diana

    AntwortenLöschen

LinkWithin