25. Juni 2013

Familienfeste - Nicht immer so das Beste



Gemäß dem Spruch eines Arbeitskollegen  „Lieber die Ratten im Keller, als die Familie im Haus“ könnten wohl so Einige aus dem familiären Nähkästchen plaudern. 

Ich verspüre gerade ein wahnsinniges Verlangen aus diesem Nähkästchen zu tratschen.
Ab und an soll man seinem Verlagen nachgeben, so hat das Magengeschwür keine Chance. Ich meine dies irgendwo einmal so gehört oder gelesen zu haben.
Ein paar bunte Bildchen lockern das Ganze ein wenig auf.

Lass alles raus. Ja, genau, das mach ich jetzt.

Eine Cousine hatte zu ihrem 50ten Geburtstag geladen.
Ein Ereignis an dem ich nicht teilnehmen wollte, weiß ich doch, dass zumindest die Mutter der Cousine mir, aus mir nicht bekannten Gründen, mindestens die Pest an den Hals wünscht. 
Ich verbringe meine freie Zeit aber lieber mit Menschen, die mir freundlich gesinnt sind. 

Da nun die Frau Mama nicht alleine fahren wollte, die Feier fand in 300 Kilometer Entfernung zu unseren Wohnsitzen statt, habe ich letztendlich eingewilligt sie zu begleiten. Was tut man nicht alles wenn die Eltern altern.

War das eine gute Idee? Nein war es nicht.

Der Geburtstag war, wie Geburtstage eben sind, wenn man in anderen geografischen Gefilden zu Hause ist und einem somit die Mehrzahl der anwesenden Gäste höchst unbekannt ist. Aber ich möchte fair bleiben. Es gab reichlich an Getränken, auch für das leibliche Wohl war sehr gut gesorgt. Die Räumlichkeit war entsprechend den Möglichkeiten nett hergerichtet.

Die bekannte Familie benahm sie normal.
Auch genannte bekannte Tante benahm sich normal, sie ignorierte mich weitestgehend und sprach kein Wort mit mir. Alles andere hätte zu Verwunderungen meinerseits geführt. 


Um so erstaunter war ich, dass es Steigerungen gibt. Steigerungen, die treffen und verletzen. Zumindest ich war verletzt.
 
Zum Abschied gab sie mir die Hand, der Anstand muss schließlich gewahrt werden, um sich aber noch während des Händeschütteln von mir abzuwenden und ein Gespräch mit einer anderen Person zu führen. 

Tut das weh? Und ob! Der Schmerz kam zeitlich um 1,5 Tage versetzt, dafür umso heftiger. 
Wie fühlt sich Abschaum, wie eine Schmeißfliege? Die Antwort auf diese lebenswichtige und hochinteressante Frage kann ich jetzt aus erster Hand beantworten. Mobbing kann nicht schöner sein. 

Die Frage, die bleibt ist eine andere. Warum tut es so weh? Habe ich doch mit einer Nichtachtung meiner Person gerechnet. War es das Tüpfelchen obendrauf?
Eine Antwort habe ich nicht. Zumindest heute kann ich sie nicht für mich und den Rest der Welt beantworten.
Sie scheint in diesem Zusammenhang auch nur bedingt wichtig. 

Nur, wie soll es im Großen funktionieren, wenn es noch nicht einmal im kleinen Kreise der Familie funktioniert? Dabei ging es nicht einmal um so ein relevantes Thema wie eine Erbstreitigkeit und diese soll ja bekanntlich aus Familien eine Horde unzivilisierter Menschen machen können. 


Ich werde keine Diskussion mit der Tante beginnen, ich wünsche ihr noch nicht einmal die Pest an den Hals. Ich werde sie ignorieren, scheint es doch der einzige Weg zu mehr Qualität im familiären Gefilde zu sein. 
Ignoranz pflasterte den Weg der Bloggerin. Hört sich irgendwie richtig an.



Ein kleines Hoch auf die Familie und ein wirkliches Hoch auf die Freunde, denn die kann man sich aussuchen.








 
P.S. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt

Kommentare:

  1. Ich verstehe sehr gut dass es Dich verletzt hat. Ignorieren ist wohl das beste.
    In Frankreich sagt man "Freunde kann man aussuchen, Familie muss man ertragen". Ich verstehe mich sehr gut mit meinen Eltern, habe aber selbst kein Kontakt zu meinem Onkel und meiner Tante, beide sind mir zu egoistisch. Dafür habe ich eine "Herzenstante";-) und mein Patenonkel ist mir wichtiger als mein richtiger Onkel. Ist einfach so!:-)

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    1. Genau, Freunde kann man sich aussuchen, Familie nicht. Und Freunde habe ich wirklich ganz tolle. Was ich immer wieder als beruhigend empfinde ist, dass es nicht nur mir so geht. Wenn ich deinen Kommentar lese fühle ich mich bestätigt. Das beruhigt irgendwie ;-)

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  2. Ach Isabelle, strafe diese Tante mit Nichtachtung! Auch, wenn du sie damit wahrscheinlich nicht wirklich strafst ;-) Du bist weder Abschaum noch Schmeißfliege (das weißt du ja vermutlich selbst, manchmal fühlt man sich trotzdem so). Ich bin froh, dich als Kollegin zu haben! :-)

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    1. Danke, das tut gut. Es tat aber auch richtig gut dieses Familienthema im Blog fest zu halten, hätte ich nicht gedacht.

      Ich bin auch froh dich als Kollegin zu haben.
      Es gibt Menschen, da freut man sich richtig auf die Arbeit weil man sie sieht.

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  3. Ich mache es schon länger so. Ich gehe nur sehr selten zu Familienfeierlichekeiten. Ich mag weder Onkel, noch Tante, oder Schwager und sonstwer treffen, wenn ich mir nicht sicher bin, dass sie sich freue mich zu sehen. Ich will mich nicht freiwillig mit Menschen umgeben, die mir nicht gut tun.

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    1. So denke ich mir das auch für die Zukunft. Ich werde gar nicht mehr zu einer Familienfeier gehen, wenn ich weiß wer da sein könnte. Das ist einfach vertane Lebensfreude. Und wieder stehe ich nicht alleine da mit meinen Eindrücken und Gedanken. Das tut richtig gut!

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  4. ...tut mir leid, dass dir jemand so fest auf die Zehen getreten ist!
    Ich an deiner Stelle würde mich wahrscheinlich ewig lang fragen: Warum kann mich jemand, der in meinem Leben keine Bedeutung, sondern der nur eine genetische Beziehung zu mir hat, so treffen?
    Isses nicht blöd, dass wir Weiber immer nach Harmonie in der Wohnhöhle streben, während die Kerle draußen ihren Frust mit der Holzkeule in ein Mammut prügeln können??? Such dir ein Mammut...Vorschlaghammer und altes Porzellan tun es auch - Schutzbrille nicht vergessen und bei entsprechender zeichnerischer Begabung ein Bild vom Tantchen auf den Teller malen, bevor du ihn zerschmetterst. Frust ist eine Form von Aggression und die braucht ein Ventil, sonst schlägt sie auf die Galle...
    Und ja, drüber schreiben hilft fast so sehr wie drüber sprechen - das kenne ich!
    LG
    Barbara
    (P.S.: Die Biologin möchte noch anmerken: Es gibt bildhübsche Schmeißfliegen!)

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  5. Am meisten beunruhigt mich auch eher die Tatsache, dass mich solche Dinge so treffen und aus der Bahn werfen. Und das aus heiterem Himmel. Hilft da die Keule? Nein, Sachen zu zerdeppern machen auch nur bedingt Freude, die kaputten Reste muss ich ja wieder weg kehren. Da mache ich doch lieber auf hochnäsige Dame.
    Darüber schreiben macht tatsächlich Spaß. Für mich ist das eine ganz neue Erfahrung, bin ich doch mit dieser Art der schriftlichen Ausdrucks noch nicht so vertraut. Aber ja, es hat durchaus seine Qualitäten.
    Glaube mir, so manch ein geliehenes Ohr hatte viel zu tun, bevor ich mich an diese digitalen Zeilen gemacht habe.

    Schmeißfliegen können bildhübsch sein? Das versöhnt mich ein wenig :-)

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  6. Tja, so ist das mit der Familie....aber wer hat denn behauptet, daß Blut dicker als Wasser sei? Ich muß nicht jeden mögen, nur weil er zur Familie gehört, und vice versa natürlich! Also, ruhigen Kopf behalten, in sich selbst ruhen und über so manche dieser unerfreulichen Gegebenheiten auch mal lachen..in the end, who cares! :)

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    1. Ich hoffe ich kann später darüber wirklich lachen. Zur Zeit bleibt mir selbiges leider noch im Halse stecken.

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  7. Laß Dich nicht von einer Person frustrieren, die Dir wegen Ihres Verhaltens (früher und heute), völlig egal sein sollte. Ich verstehe sehr gut, daß Du verletzt bist und das tut mir sehr leid.
    Freunde sind die selbst gewählte Familie. Und das ist die beste Familie.... Diese Familie freut sich auf jeden Fall immer sehr Dich zu sehen.
    Mit liebevollen Grüßen, Anke

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    1. Das ist lieb, danke. Deswegen bin ich auch Donnerstag wieder dabei :-)

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  8. oh solche sachen kenne ich nur zu gut. familie ist so kompliziert - ich kenne solche situationen leider nur zu gut. das beste für einen selbst ist zu versuchen, sich von solchen personen emotional zu lösen, weil sonst wird man ständig verletzt und die magengeschwürde nehmen kein ende.

    zu einer schöneren sache - ich finde dein angebot sehr nett:) hier mal meine email adresse: antonia.valerie.w[at]hotmail.com

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    1. Ja, Familie ist kompliziert. Braucht kein Mensch, das Leben ist manchmal auch so schon kompliziert genug.

      Ich melde mich morgen bei dir.

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  9. hoi, ich noch mal... bin wohl etwas verwirrt. antonia.valerie.w[at]gmail.com ist meine email. ich habe keine ahnung was da mit mir los war :D

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  10. Und das ist schon das beste, was du machen kannst. Wünsch ihr NICHT die Pest an den Hals. Das ist immer besser, was solls. Du weißt, dass du "besser" bist als jemand, der sich so benimmt. Denn das ist unterste Schublade.

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  11. Mittlerweile setzt auch wieder die Gelassenheit ein. Da es so bleiben soll wird jetzt wirklich Abstand gehalten.

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