16. Juni 2013

Mordaufruf gegen Hamed Abdel-Samad

Der 1972 in Ägypten geborene Autor und Politologe Hamed Abdel-Samad wurde nach einem Vortrag in Kairo als "Ungläubiger" tituliert. 
Laut Presseberichten zeigten zahlreiche Internetseiten der Salafisten und Muslimbrüder das Bild des Autors mit der Überschrift „Wanted Dead!“, wobei wohl auch öffentlich im ägyptischen Fernsehen zu seiner Ermordung aufgerufen wurde. 
Bisher hatte ich nur bei FB zwei Artikel dazu verlinkt, aber das Thema ist zu wichtig um bei Facebook vor sich hin zu dümpeln. 
Bereits ein anderes Blog hat auf diese Morddrohung und die vorhandene Petition hingewiesen. 
Was soll ich sagen? Recht hat sie, also besser spät als nie:

Hier die Petition gegen diese Fatwa. Ich hoffe, dass sich noch viele finden die unterschreiben, um diesem Wahnsinn ein Ende zu setzten.   

Auch der Droemer Knaur Verlag in welchem er seine Bücher verlegt macht auf die Morddrohung aufmerksam.

Weitere Informationen gibt es hier, um nur ein paar Seiten zu nennen:





Es ist schier unglaublich was sich derzeit in Ägypten abspielt, aber ich behaupte immer noch, dass der normale Ägypter dies nicht wünscht. 
Alle mit denen ich bei meinen Aufenthalten geredet habe wünschen sich lediglich ein normales Leben. Ein kleines Einkommen, eine Frau, einen Mann, Familie und eine gute Zukunft für ihre Kinder. Eigentlich doch nicht viel anderes als die Wünsche hier in Deutschland. Und doch scheint Ägypten derzeit meilenweit davon entfernt zu sein. 

Warten wir ab was noch geschieht. Für den 30.06.2013 sind in Ägypten wieder Großkundgebungen gegen die derzeitige Regierung geplant. Das hat man mir in Hurghada erzählt und es wurde mir von anderen Touristen im Flieger bestätigt, die diese Information von Hotelangestellten erhalten hatten. Selbst in Deutschland ist dieses Datum angekommen. Beachtenswert ist, dass es sich hier nicht um einen Freitag, den üblichen Demonstrationstag, handelt sondern um einen Sonntag. 
Ich schaue aber schon am 28.06. genauer die Nachrichten, wer weiß, ob es nicht doch der Freitag sein wird.

Kommentare:

  1. Ja, ich verstehe auch langsam nicht mehr, was mit unserer Welt los ist....siehe Deinen Kommentar, siehe Türkei, siehe Syrien, siehe jetzt auch Griechenland....ich habe ja auch schon vor Tagen auf facebook gefragt, was hinter all dem steckt...ich kann es einfach nicht kapieren....wohin werden wir alle getrieben??????
    Es gibt eben auch einen religiösen Faschismus...,aber ich bin fest ueberzeugt, daß hinter all dem, was wir gerade erleben müssen, ganz etwas anderes steckt!

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  2. Ich weiß auch nicht wohin das alles führt. Ich habe aber keine Theorie. Wenn du magst kannst du sie mir aber gerne mitteilen, ggf. bei Facebook, oder auch per Mail.
    Bei FB findest du mich unter Isabelle Trak

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  3. Ja, dies ist wirklich schlimm und wenige Menschen interessiert es! Ist ja ganz weit weg von uns, denken viele (bestenfalls). Danke, dass du hier und auf FB darüber berichtet hast.

    Auch die Verlinkung zum anderen Blog mit der Petition ist toll!

    Jeder sollte in einem angemessenen Rahmen sagen dürfen, was er denkt.

    LG monerl ;-)

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    1. Genau, jeder soll das Recht haben sagen zu dürfen was er denkt. Überall, ohne um sein Leben fürchten zu müssen.

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  4. Tja, wir leben in unsicheren Zeiten und viele Menschen haben Angst vor der Zukunft. Da haben Rattenfänger, Demagogen und Hassprediger leichtes Spiel. Und wer Angst hat, wütend ist, sich unterlegen oder minderwertig fühlt ist dankbar gegenüber all jenen, die ihm Hoffnung und Sicherheit vortäuschen und ihm zeigen, wo die (angeblich) Schuldigen zu finden sind. Angst und Wut gebären Hass, und Hass ist der Vater der Gewalt (auch in Europa, ich sage nur Russland, Ungarn (Juden, Obdachlose, Andersdenkende), Frankreich (Homosexuelle und Migranten), Deutschland (sozial Schwache, Ausländer, Sinti und Roma), Norwegen (Ausländer und Andersdenkende - siehe Breivik Morde) etc.

    ANGST ESSEN SEELE AUF! (Rainer Werner Fassbinder)

    Doch wie du selbst anmerkst, die meisten Menschen bleiben friedlich, viele ziehen sich lediglich in sich selbst zurück und hoffen, dass die Zeiten wieder besser werden.

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  5. Lebt man nicht immer in unsicheren Zeiten? Angst und Stammtischparolen helfen da leider nicht weiter, aber es wird von den Mächtigen ausgenutzt. Du hast Recht. Aber auch an den Thronen der Diktaturen wird gewackelt, da müssen die Autokraten natürlich Angst haben und die Muslimbrüder und Salafisten verlieren täglich an Boden bei der Bevölkerung.
    Leider sind nicht alle Menschen als Helden geboren, umso wichtiger ist es Leuten wie Hamed Abdel-Samad seine Unterstützung zu zu sichern, so weit es eben möglich ist.

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