9. Juni 2013

Stephen King - Die Arena

Im direkten Vergleich als Hardcover und eBook

 
HEYNE - ISBN:978-3-453-26628-5


Klappentext:
"Wenn kein Gesetz mehr gilt, zählt nur der Kampf ums nackte Überleben. 

Urplötzlich stülpt sich eines Tages eine unsichtbare Kuppel über Chester´s Mill. Die Einwohner der neuenglischen Kleinstadt sind komplett von ihrer Umwelt abgeschnitten. Und auf einmal gilt kein herkömmliches Gesetz mehr ..."







Der Vergleich der beiden Ausgaben

"Die Arena" steht als Hardcoverausgabe seit einiger Zeit in meinem Regal und wollte nun von mir gelesen werden. 
Kurz vor dem Urlaub mit solch einem dicken Schinken (1300 Seiten) zu beginnen ist natürlich etwas unglücklich. Da das Buch aber in der Onleihe zur Verfügung stand, habe ich es mir auf meinen eBook Reader geliehen und konnte somit den tatsächlichen Vergleich ziehen zwischen der Print- und der Digitalausgabe.  
Das Buch wiegt als Hardcover genau 1.208 Gramm, der eBook Reader gerade einmal 185 Gramm. Die abendliche Lektüre im Bett gewinnt das eBook, allein das fehlende Gewicht ist hier ein Gewinn. 
Tatsächlich habe ich das Buch vor Antritt meines Urlaubs nicht mehr beendet, so dass es mich digital nach Ägypten begleitet hat. 
Unglaublich, die E-Ink Technologie mit dem spiegelungsarmen Bildschirm macht das Lesen selbst in greller Sonne zu einem Genuss. Kein Reflektieren auf weißem Papier, keine Schattenbildung, usw. Soweit die Vorteile. 
Als ich den eReader abends einmal (glücklicherweise noch vor dem Urlaub) eingschaltet hatte und er in den Energiesparmodus wechselte, konnte ich alle Bücher aus der Onleihe nicht mehr öffnen. Ich musste sie erneut auf den eReader laden. Es wäre sehr ärgerlich wenn mir dies im Urlaub passiert wäre, die Lektüre wäre wohl dahin gewesen. So habe ich den eReader brav schon für kleinere Unterbrechungen ausgeschaltet und das Buch blieb die Auszeitfrist von 2 Wochen bei mir, spart ja auch Energie und der Akku hält länger. 

Was ich persönlich als großen Nachteil empfinde ist der fehlende Klappentext bei der digitalen Ausgabe, sowie die Informationen die auf den Innenseiten des Schutzumschlags normalerweise zu finden sind. 
Die Printausgabe hat insgesamt 1281 Seiten, digital sind es etwas über 900 Seiten. Wo sind die 400 Seiten geblieben? Ich weiß es nicht. Vergleichslesungen im Hardcover ergaben jedoch keine textlichen Unterschiede, Kürzungen des Textes scheint es bei eBooks nicht zu geben. 

Als Leseratte urteile ich vielleicht anders als Gelegenheitsleser, aber was für mich einen Großteil des Lesegenusses ausmacht ist die haptische Wahrnehmung. 
Das Buch in den Händen fühlen zu können. Bei einem HC den Schutzumschlag während der Lektüre des Buches ins Regal zu legen und das Buch später wieder liebevoll einwickeln. Die Freude über das vorhandene Lesebändchen. All diese Dinge sind Bestandteil einer wunderbaren Lesezeit und fallen bei der Lektüre eines eBooks weg. Ein eBook gleicht dem Anderen, die Identifikation des Buches mit dem Inhalt fehlt mir. 
Ein eBook ist eine hilfreiche Ergänzung während des Urlaubs. Neben den bereits genannten Gründen auch aufgrund der Gewichtsersparnis die gerade bei Flugreisen wichtig ist. Aber auch die Möglichkeit ab und an ein eBook kostenlos erwerben zu können hat natürlich was. Ein tatsächliche Alternative ist es aber nicht. Allein ein Buch nicht mehr erfühlen zu können und optisch auf eine Identifikation durch das fehlende Cover verzichten zu müssen macht es nicht zu einer wirklichen Alternative. Außerdem, wie sieht sie aus, die Bücherwelt ohne Wühltische mit Remitenden, ohne Tauschbörsen für gebrauchte Bücher?

Die Meinung zum Buch (Inhalt)

Ich bin mit den Büchern von Stephen King groß geworden, mit Es, Christine, Shining und vielen anderen. Dann lies die Begeisterung nach. Lag es an seinem Schreibstil, oder an meinem Geschmack der sich veränderte? 
Das ist wohl nicht so wichtig. Wichtig ist allein die Tatsache, dass Die Arena fast reines Lesevergnügen war. 
Ein normaler Tag in der Kleinstadt Chester´s Mill und von ein auf die andere Sekunde ist nichts mehr wie es sein sollte. Wie von Geisterhand trennt etwas Unsichtbares die Stadt vom Rest der Welt. Und dies im wahrsten Sinne des Wortes. Diesen Wahnsinn des Augenblickes zu beschreiben beherrscht Stephen King wie wohl kein anderer. Ein kleines Flugzeug zerschellt an dieser plötzlich entstandenen Barriere, Autos knallen gegen diese unsichtbare Wand. Ratlosigkeit macht sich breit unter den Menschen. Innerhalb, wie außerhalb dieser Käseglocke. Die Menschen nähern sich diesem Phänomen ängstlich, neugierig und verzweifelt. Sehr menschlich werden diese Augenblicke des Unfassbaren beschrieben. Wie gesagt, der Autor versteht sein Handwerk. 
Nun beginnt der eigentliche Wahnsinn, der Fokus der Erzählung liegt auf den Aktionen innerhalb Chester´s Mill. Eine Stadt verändert sich mit unglaublicher Geschwindigkeit. Die bestehenden Gesetzte, die bisher für die Bürger der vereinigten Staaten galten, verlieren innerhalb der Kleinstadt ihre Gültigkeit. Jim Rennie, der Zweite Stadtverordnete, beginnt geschickt die Fäden zu ziehen. Manipuliert die Sichtweise und somit die Menschen. Kurz er spielt sich zum Diktator auf. Das Schicksal "seiner" Stadt ist ihm dabei mehr als gleichgültig. 
Diese Beschreibung der Einwohner von normalen Menschen zu einem unberechenbaren Mob ist eindringlich. 
Leider ist die beschriebene Gewalt ebenfalls sehr eindringlich. Ich weiß nicht ob sie in dieser Form nötig war.  Andeutungen hätten mir hier teilweise gereicht. Wer aber King kennt, weiß, dass er es gerne auf die Spitze treibt. 

In irgendeiner Kritik habe ich gelesen Die Arena sei ein politisches Buch. Vielleicht weil eine der Hauptfiguren im Irakkrieg war? Vielleicht weil die Lektüre überschaubar darstellt wie eine Diktatur entsteht, bzw. lebt? Ehrlich gesagt neige ich nicht zu solchen Überinterpretationen, zumal Stephen King in seinem Nachwort erklärt, dass er bereits 1976 die ersten Seiten zu diesem Roman geschrieben hatte, bevor er 2007 die Arbeiten weiter führte. 
Dieses Buch ist (zumindest für King-Fans) spannend und unterhaltend. Es macht ein wenig nachdenklich in Bezug auf die Macht und Manipulation von Menschen und war trotz seines Umfangs an keiner Stelle langatmig.

Kommentare:

  1. Klasse, die Zusammenfassung deiner Eindrücke beim Vergleich von Ebook und dem gemeinen Papierseitling! Danke dafür.
    Mit King als Autor habe ich eine ähnliche Leserbiografie und -entwicklung durchgemacht wie du; neugierig auf die Arena bin ich trotzdem nicht. Irgfendwie habe ich diesen Autor mental zu den Akten gelegt: genug von ihm geschmökert.
    Dass du so flott nach dem Urlaub Zeit für eine Rezension findest, finde ich bemerkenswert!
    Morgen einen guten Start in deinen Job!
    LG
    Barbara

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  2. Ich fand es praktisch, dass ein Vergleich so kurzfristig gestartet werden konnte.
    Dass ich so kurz nach dem Urlaub zeit für eine Rezension habe liegt einfach daran, dass ich eine Drückebergerin bin. Ich drücke mich vor der Bügelwäsche. Da sind andere Dinge viiiiiel interessanter.
    Danke auch für die Wünsche ins Berufsleben nach dem Urlaub. Der erste Tag ist bekanntlich immer etwas gewöhnungsbedürftig.

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