12. November 2013

Bernhard Hennen - Drachenelfen

Heyne - ISBN: 978-3-453-26658-2

Klappentext:

Jede Legende hat ihren Anfang.

In einer Zeit, in der Drachen Herrscher über die Elfen sind und Menschen von Dämonen gelenkt werden, taucht eine Elfenjägerin auf, deren Gabe die Welt für immer verändern könnte: Nandalee. Eigenwillig und mutig tritt sie ihre Ausbildung zur Drachenelfe an. Als zeitgleich bei den Menschen ein junger Bauer Herrscher über ein riesiges Volk wird und an der dunklen Macht der Dämonen rührt, beginnt ein neues magisches Zeitalter ...



Ich glaube es war im Jahr 2004, als "Der Herr der Ringe" von J.R.R. Tolkien seinen 50ten Geburtstag feierte und Bücher aus dem Bereich der High Fantasy, zu den Geschöpfen Tolkiens, wie Pilze aus dem Boden schossen. Ich wollte mich diesem Hype nicht anschließen, konnte doch das "nachgeschriebene Zeug" um die Figuren aus Mittelerde bestimmt nicht überzeugen.
Glücklicherweise habe ich dann doch noch zu einem Buch von Bernhard Hennen, der übrigens schon vor diesem Fantasyhype Bücher schrieb, gegriffen und es nicht bereut.

Bernhard Hennen ist kein Autor dünner Bücher. Seine Bücher werden meist sogar dicker und umfangreicher als von ihm geplant. Das ist wunderbar, lässt es doch viel Raum für seine Figuren und ihr Handeln. Nach der Elfen-Reihe (Die Elfen, Elfenwinter, Elfenlicht und Elfenkönigin), gab es die Geschichte aus Sicht der Menschen "Die Elfenritter" (Die Ordensburg, Die Albenmark, Das Fjordland). Eine Trilogie die mich nicht ganz überzeugen konnte. War sie vielleicht zu menschlich?

Mit Drachenelfen erfährt der Leser die Vorgeschichte zu den Geschehnissen in der Elfen-Reihe. Die Geschichte ist dabei zu komplex um eine kurze Inhaltsangabe zu liefern. 
Wer aber die Elfen-Reihe gerne gelesen hat, kann hier beruhigt zugreifen. Gewohnt kurzweilig taucht man beim Lesen ein in die Welt der Drachen, Elfen, Devanthare, Menschen, Zwerge und anderer Kreaturen und Götter und ihrem Ringen um die Macht. 
Kurzweilig sind die schnell wechselnden Kapitel, so dass keine Langeweile aufkommt, manch ein Wechsel ist da fast schon zu viel, wird doch manchesmal der Lesefluss ein wenig unruhig, wobei mir dies ab der Mitte nicht mehr negativ auffiel. 
Es ist wieder eine Welt, die den Leser staunen lässt über den Einfallsreichtum, den der Autor hier zu Papier gebracht hat. Es ist wirklich ein Genuß in diese fantastische Welt einzutauchen. Nicht nur aufgrund der umgesetzten Ideen, sondern auch wegen dieser wunderbaren Sprachgewalt von Bernhard Hennen. Es ist ihm wieder einmal gelungen einen Roman mit einer Länge von mehr als 1000 Seiten packend zu erzählen. 
Detailverliebt und stilistisch immer der Situation angepasst werden Spannung und Atmosphäre transportiert, dass es eine reine Freude ist. Im Gegensatz zu manch anderen Kritiken empfinde ich es nicht als störend, dass auch moderne Redewendungen eingesetzt werden. Pointiert eingesetzt, verdeutlichen sie Situationen, ohne der ganzen Geschichte ihren Reiz zu entziehen. 

Die zu Beginn einzelnen Erzählstrenge verweben sich immer mehr zu einem Ganzen um dann am Ende des Buches alle aufeinander zu treffen. Natürlich in einem Cliffhänger, was glücklicherweise nicht schlimm ist, ist doch Band 2 Die Windgängerin bereits letztes Jahr erschienen und Band 3 Die Gefesselte Göttin erscheint am 18.November. 

Man kann die Geschichte der Drachenelfen sehr gut lesen und verstehen, ohne die Elfen-Reihe zu kennen, jedoch macht es Spaß "alten Bekannten", Vorfahren oder auch bestimmten Gegenständen zu begegnen, die in der Elfenreihe eine große Rolle spielen. 
Leider gibt es im Anhang dieses ersten Bandes kein Glossar über die Welten und agierenden Personen, es wäre hilfreich gewesen. Im Band 2 ist dieser Mangel glücklicherweise behoben worden. 
Wer Lust auf gute Unterhaltung mit epischen Ausmaßen hat, sollte unbedingt zugreifen.

Mehr zu Bernhard Hennen gibt es auf seiner Homepage und auf Phantastik-Couch.de

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