Fleischlose Gedanken

Seit circa 10 Jahren ernähre ich mich vegetarisch, wobei ich nichts gegen den Konsum von Fleisch habe (erklär doch mal einer einem Bewohner Grönlands oder Alaskas er möge sich nur von Obst und Gemüse ernähren), jedoch macht mir das "wie" zu schaffen.  

In einer Gesellschaft, in der eine Tüte Chips teurer ist als ein Stück Fleisch, in der die Kreatur dermaßen aus der Realtiät, sprich dem Bewusstsein des Essers verschwunden ist, kann etwas nicht stimmen. 
Um Hunde und Katzen wird ein absolutes Bohei gemacht, wie Schweine, Rinder und Hühner ihr Dasein fristen interessiert hingegen nicht. Hauptsache billig, Hauptsache tiefgekühlt, Hauptsache nicht mehr als Tier erkennbar. 
Wenn ich Fleisch esse, soll mir bitteschön bewusst sein, was ich da auf dem Teller habe. 
In Ägypten zum Beispiel ist das so. Über Tierschutz brauchen wir hier nicht reden (das wäre ein eigenes Thema wert), aber der Ägypter weiß zumindest noch wie der Rest vom Hähnchenflügel aussieht. 

Betrachte ich das Vorgehen unserer Industrie und der Konsumenten, werde ich wohl bis zu meinem Lebensende Vegetarierin bleiben. Das ist nicht weiter tragisch, gibt es doch eine phantastische vegetarische und vegane Küche, die ich noch nicht zu Ende erforscht und probiert habe. 

In den zurückliegenden Jahren bin ich sehr selten auf dumme Kommentare eines Gegenübers gestoßen, im Gegenteil. Mehr als einmal musste ich nach meinem Geburtstag ein vegetarisches Rezept kopieren, wurde ich neugierig gefragt warum ich mich für diese Ernährung entschieden habe und um Hilfe gebeten, sollte selber einmal vegetarisch gekauft und gekocht werden. 
Im Beruf, wie im privaten Kreis, wird bei Einladungen an mich gedacht, es steht immer etwas zu Essen für mich parat, was ich meist sogar gegen recht neugierige Omnivoren verteidigen muss. 
Die paar blöden Kommentare, die ich zu hören bekam / bekomme, kann man tatsächlich getrost vernachlässigen.

Der Schlüssel für diese weitestgehende Akzeptanz ist Toleranz. Fundamentalistische und militante Ansichten sind mir in allen Bereichen zuwider. Auch hier sind sie eher kontraproduktiv. Ein militanter Veganer hat noch keinem das Schnitzel ausgeredet, im Gegenteil, es verhärten sich nur die Fronten. 

Warum ich das alles schreibe? Weil ich das Blog Die Umsteiger entdeckt habe, dessen Betreiber mir aus der Seele spricht und seine Meinung dabei noch so wunderbar geäußert hat, dass es sich lohnt diese zu lesen.

Kommentare

  1. Vielen lieben Dank für deinen Kommentar/Hinweis zu meinem Artikel. Es freut mich immer sehr, wenn ich mitbekomme, dass jemand bei solch entscheidenden Dingen, die gleiche Meinung vertritt, da wir meiner Ansicht nach mit einer toleranten Lebensweise insgesamt ein friedlicheres Miteinander hätten. Herzliche Grüße Peter

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  2. Intoleranz ist eben nicht hilfreich, eigenartig, dass es so schwer scheint dies zu verstehen. In diesem Sinne auf ein friedlicheres Miteinander.

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  3. Anbei interessante Links:

    http://www.youtube.com/watch?v=XIYAtUm9yIE - Desinformation als Prinzip - Nicht nur beim Essen

    http://www.youtube.com/watch?v=E5Qe1DlWzIY - Udo Pollmer: Dement und impotent durch Soja?

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    1. Ich weiß so 100%ig was du mir sagen möchtest. Ich mag Udo Pollmer, er hat so eine erfrischende Art die Dinge beim Namen zu nennen. Trotzdem bleibe ich bei meiner Fleischverweigerung aus ethischen Gründen. Seine Aussagen über Soja schocken mich nicht. Zum einen hatte ich noch nie vor Nachkommen in die Welt zu setzen, zum anderen geht das meiste Soja ins Tierfutter ;-))

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