Ägypten mal wieder

Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. So zumindest geht es mir momentan. 
Kurz und flexibel habe ich aus meinem Wunsch Kairo zu besuchen, eine AI-Buchung für El Gouna, im Arena Inn, gemacht. 
Kairo ist mir zu Zeit aus diversen Gründen zu anstrengend. 
Mein Aufenthalt in El Gouna wird der erste Hotelurlaub nach 3 Jahren. Ich bin gespannt. Macht mir das noch Spaß, oder werde ich es als schrecklich langweilig empfinden? Zumal El Gouna eben El Gouna ist und nicht Ägypten.

Hauptsache ich habe genügend Bücher dabei und weiß, wo ich gut, lecker und authentisch Essen gehen kann, denn Äypten ohne ägyptisches Essen geht gar nicht. 
Ein Freund, der in dem Hotel arbeitet, freut sich mich zu sehen. Auch schön und ich erfahre endlich wo ich in Hurghada das beste Foul zum Frühstück bekomme.

Ohne Ägypten geht es bei mir nicht. Ich vermisse dieses Land, trotz seiner nicht endenden Hiobsbotschaften. Nicht nur das wahnsinnige Gerichtsurteil in welchem 529 Menschen zu Tode verurteilt wurden sorgt für Schlagzeilen, auch der aktuelle Tod einer ägyptischen Journalistin macht mich traurig. 

Neben den ganzen Schlagzeilen gibt es die persönlichen Berichte, die nicht froh stimmen können. Ein weiterer Freund in Ägypten, Kunde bei Vodafone, kann keine SMS mehr an mich verschicken. Seine Recherchen ergaben, dass es einigen anderen Nutzern von Vodafone in Ägypten ebenso ergeht.
In welche Richtung darf man diesbezüglich spekulieren? Ist es gegen Ägypter gerichtet die Kontakte ins Ausland haben? Wohl kaum, funktionieren doch Facebook und WhatsApp einwandfrei. 
Oder richtet sich dies gegen Vodafone? Schließlich soll Vodafone letztes Jahr über ihre Werbung, mit einer in Ägpyten populären Puppe namens Abla Fahita, geheime Botschaften an Terroristen für Anschläge übermittelt haben.
Ich bin gespannt, meine ägyptische Telefonkarte ist auch von Vodafone. Na eine alte Karte von Etisalat habe ich auch noch hier rumliegen, vielleicht kann sie reanimiert werden.

Arbeitssuche made in Egypt ist nichts, was wir uns hier vorstellen können und wollen. Busse aus ganz Ägypten fahren zu einem bestimmten Datum nach Kairo, da der Staat (wenn ich das richtig verstanden habe) Sicherheitspersonal benötigt und es (wenn wundert es) genügend Anwärter auf die Stellen gibt. Was genau bewacht werden soll habe ich nur in Fragmenten verstanden, unter anderem alte Gräber und Museen. Es gab diverse ärtzliche Untersuchungen, Befragungen. Was dabei gut 2 Wochen in Anspruch nahm, bleibt mir aus der Ferne und in Anbetracht der gemeinsamen Fremdsprache (falsches Englisch) ein Rätsel. Unvorstellbar muss die Situation vor Ort gewesen sein: Unterkünfte außerhalb Kairos. Die nächste Möglichkeit etwas Essbares zu kaufen gefühlte 3 Kilometer entfernt. Ach, Wasser gab es die letzten 4 Tage dann auch keines mehr. Körperhygiene wird eh überbewertet. Letztendlich musste man dann noch Angst haben, dass einem der "Bettnachbar" nachts noch das Handy, Geld und die Bettdecke klaut.
Eventuelle Zusagen für eine dieser Arbeitsplätze wird man ggf. irgendwie in den nächsten 3 Monaten erhalten. Nein, Briefkästen gibt es an den Häusern nicht, Briefträger wie bei uns konnte ich bisher auch nicht sichten. 

Und trotzdem kann ich es nicht lassen. Ägypten. Immer wieder. Wenn auch immer wieder anders. 

Kommentare

  1. Danke, ich werde wohl wieder berichten.

    AntwortenLöschen
  2. "Jede Reise ist ein Sack voll wunderbarer Gelegenheiten!"
    Alles Gute für die Reise - und du hast bitte für die Esel immer eine Tüte Pferdeleckerli dabei, ja?!
    LG
    Barbara

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke. Pferdeleckerli, ja ich werde es versuchen. Ich muss aber gestehen, der Kerl auf dem Bild ist in Luxor vor die Linse gekommen. Aber in Hurghada gibt es ja auch welche.

      Löschen

Kommentar veröffentlichen