Stefan Bachmann - Die Seltsamen

Diogenes - ISBN: 3257068883


Klappentext:
Einer der phantasievollsten Debütromane des Jahres über einen schüchternen Jungen, halb Mensch, halb Feenwesen - und ohne Freunde. Als auf mysteriöse Weise Mischlinge verschinden, macht er sich auf, seine Schwester zu suchen. Dabei findet er nicht nur einen Freund, sondern lernt auch, die Welt zu retten.











Als erstes war mir das Cover aufgefallen. Rotes Kunstleder und der Titel in Prägedruck, ungewöhnlich für einen Verlag, der sonst im dezenten weiß daherkommt. 
Als dann noch eine Leserunde bei Literaturschock.de zu dem Buch anstand und es dieses vorab zu gewinnen gab, bin ich schwach geworden. 
Das Buch gehört in die Kategorie Steampunk. Aha, den Ausdruck hatte ich ehrlich gesagt vorher noch nie gehört. Nun gut, das mag meinem Alter geschuldet sein, auch wenn die Wurzeln des Steampunk bis zur der Lektüre von Jules Verne und H.G. Wells zurück führen.
Steampunk fällt in den Bereich des sogenannten Retro-Futurismus, einer Sicht auf die Zukunft, wie sie in früheren Zeiten entstanden sein könnte.
Und genau so ist die Geschichte in diesem Buch. Der Leser befindet sich einem England wieder, welches am ehesten viktorianisch geprägt scheint mit diversen mechanischen Komischkeiten, wie zum Beispiel mechanischen Vögeln in den Lüften. Gleichsam sind nicht nur Menschen auf der Erde beheimatet, sondern ebenso Kobolde, Gnome und Feen, Elfen. Die Elfen sind jedoch nicht die ästhetischen Wesen, wie sie z.B. in "Der Herr der Ringe" zu Hause sind. Nein, sie sind ein  anders, wirklich anders.

Es gibt Beziehungen zwischen Menschen und  Feen, Kinder  aus diesen Beziehungen sind jedoch in beiden Welten unbeliebt. So wie auch Barholomew. Von der Mutter geschützt und verborgen vor den Anfeindungen seiner Umwelt fristet er, nur mit seiner kleinen Schwester Hettie als Spielkameradin, ein einsames und routiniertes Leben. 
Dann wird diese Routine plötzlich bedroht. Bartholomew wird Zeuge, wie der Junge aus dem Haus gegenüber an eine zweifelhafte Dame "abgegeben" wird, und das, wo bereits 9 Mischlingskinder verschwunden sind. Ein Junge, der als einziger so etwas wie ein Freund für Bartholomew war. Doch damit nicht genug, wird auch noch seine Schwester Hettie entführt. Eine aufregende Jagd beginnt um 
ihr Leben zu retten. Hilfe erhält der Junge dabei ausgerechnet durch einen Parlamentsabgeordneten, Mr. Jelliby, dessen angenehmes Leben nun mehr als durcheinander gerät .

Ein unglaublicher Einfallsreichtum präsentiert sich mit dieser Geschichte dem Leser, wobei man nicht außer Acht lassen darf, dass der Autor Stefan Bachmann 18 oder 19 Jahre alt war als das Buch erschien. 
Die Geschichte ist durchdacht, spannend, einfallsreich und sehr unterhaltsam. 

Natürlich endet die Lektüre mit einem Cliffhänger, so dass einem nichts andes übrigbleibt als auf die Fortsetzung zu warten, welche im Herbst 2014 erscheinen soll. 
Denn noch ist Barholomews Schwester nicht gerettet.

Kommentare

  1. Aha, wieder was gelernt...wußte auch nicht, was Steampunk bedeutet!

    AntwortenLöschen
  2. Da sieht man es mal wieder: Lesen bildet, egal welches Genre.

    AntwortenLöschen
  3. Ich habe es auch gerade gelesen und war sehr angetan! Das war auch meine erste Erfahrung mit Steampunkt und ich fand gerade dieses Element wirklich interessant. Ich war bei der Buchmesse auf einer Lesung mit Bachmann, ein sehr netter, bescheidener Typ.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da bin ich schon wieder ein wenig neidisch. Ich bin gerne auf Lesungen und viele Autorenlesungen gab es in meiner Lieblingsbuchhandlung, die nun leider geschlossen ist. Band 2 "Die Wedernoch" steht noch auf meiner Wunschliste.

      Löschen
  4. Deshalb genieße ich die Buchmesse in vollen Zügen. Bei uns im Saarland gibt es leider nicht viele Lesungen :-(

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen