29. Juni 2014

Sonntagsgruß # 10




Der islamische Fastenmonat Ramadan hat begonnen. Je nachdem wen man fragt, genau heute, oder bereits gestern. Die einen schauen in den Mondkalender, die anderen nach Mekka. Da sich der islamische Kalender nach dem Mond richtet und dieser nicht gesichtet wurde, wurde Freitag bekannt gegeben, dass Ramadan eben heute beginnt. Schön, dass auch hier nicht alles in Stein gemeisselt ist.
Das merkt man ganz genau, wenn man sich die Fastenzeit in den skandinavischen Ländern anschaut. 
In Ägypten, hier hat der Ramadan heute begonnen, beinhaltet die tägliche Fastenzeit knapp 14 Stunden, in Deutschland circa 16,5 Stunden. Und in Teilen Skandinaviens?  Da hat man vielleicht 40 Minuten Zeit zu Essen, zu Trinken, zu Rauchen und seine Gebete zu verrichten. Tja, bei der Geburt des Ramadan wusste noch niemand etwas von den Norwegern, den Finnen, Schweden oder Lappen und wie sich die Sonne an diesem Breitengrad verhält. Einigkeit? Nein, auch hier gibt es zweierlei Auslegungen. Es gibt die liberale ägyptische Auslegung, die besagt, man kann sich nach den Sonnenzeiten in Mekka oder Medina richten und die strenge, saudische Auslegung. Diese besagt, solange es Sonnenaufgang und Untergang gibt habe man sich danach zu richten. Gut beinhaltet dies, dass man im Winter dort oben eindeutig im Vorteil ist. 
Das Bild ist ein Ausschnitt aus dem Kalenderblatt welches zur Zeit beim türkischen Obst- und Gemüsehändlers meines Vertrauens ausliegt. Der Ägypter wünscht sich "Ramadan kareem". Dachte ich der Gruß ist bei allen Moslems gleich, so wurde ich direkt beim Kauf von Petersilie eines Besseren belehrt. Der türkische Wunsch zu Ramadan lautet nämlich: "Hayirli Ramazanlar".

Der Ramadan beinhaltet für Unwissende noch eine kleine Anekdote. Bei meinen Ägyptenaufenthalten  bin ich des Öfteren darüber gestolpert, dass eine Männer den Namen Ramadan tragen. Mag man dann denken, bzw. ich dachte: "wie ulkig, bei uns heißt doch auch keiner Weihnachten, oder Ostern" so ist man ziemlich fehlgeleitet. Es ist allgemein üblich, dass man seine Kinder nach Personen aus dem Koran benennt, ebenso üblich ist es, dass die Kinder den Namen eines islamischen Monats tragen.

Ich wünsche allen muslimischen Freunden einen gesegneten Ramadan.

Kommentare:

  1. Interessant. Ich hatte letztens eine Unterhaltung zu genau der Frage ,,was machen die Moslems in Skandinavien, wenn die Sonne nicht untergeht?".

    Erscheint mir logisch, dass es da verschiedene Ausrichtungen gibt.

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  2. Ich hatte mir die Frage auch schon manches Mal gestellt und war froh als ich eine Antwort gelesen habe. Ich wäre auch wohl eher für die gemäßigte Auslegung, alles andere kann auch einfach gar nicht mehr gesund sein.

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  3. Hallo, eigentlich ist bei uns "hayirli ramazanlar" eine neue Begrüßung Art, ich kannte früher nicht, seit einiger Jahre höre ich oft. Ehe die strenge Muslimen verwenden diese Worte. "Ramazan" ist auch bei uns einen gewöhnlicher Name wie Saban, aber jetzt verwendet man selten. Es gibt ja strenge und moderne Muslimen. Manche verzichten im lange Sommertage zu fasten, dafür geben sie arme Leuten "fidye". Es heißt Essengeld für Frühstück und Abendessen, für Türkei ist es für 1 Tag 10 Lira gerechnet. Ich finde es auch richtig.
    Schön dass Sie da sind,
    Liebe Grüsse und frohe Fastenzeit
    Nesrin

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    1. Vielen Dank für die interessante Antwort, ich habe wieder etwas gelernt. So etwas wie "fidye" habe ich in Ägypten auch schon gehört, aber in dem Zusammenhang, dass man pro Tag 10 Leuten Essen gibt wenn man selber nicht fastet. Liebe Grüße zurück.

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  4. Ah nein, pro Tag 10 Türkische Lira (ca.3-4 Euro) zu arme Leuten schenken. Aber auch die Leuten die fasten, kann man zum Essen einladen. Aber arme Leute oder die in normaler Standart Leben. Die reichen brauchen sowieso nicht.

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