8. Oktober 2014

Lesen - aber was denn bitte?

 

Aktuell findet in Frankfurt wieder die Buchmesse statt. Passend zu diesem Event gab es letzte Woche in der FAZ eine Beilage mit aktuellen Büchertipps. 

Ungefähr zeitgleich stimmte eine Jury über den Deutschen Buchpreis ab. Im August wurde die Longlist, also 20 Anwärter auf den Preis, veröffentlicht.
Im September folgte dann die Shortlist. Die sechs Auserwählten, die Finalisten. 
Ich kenne aus dieser Liste einen Autor, Heinrich Steinfest, und der hat nicht gewonnen. 

Was sagt das jetzt aus? Über mich. Über die Autoren. Über die Bücher.
Dass ich mich bei Zeitgenössischer Literatur nicht auskenne. Das ist nicht weiter schlimm, bin ich doch bei den Klassikern ebenso wenig zu Hause. 
Ich kenne auch die aktuellen Beststellerlisten nicht, weder die der Romane, noch die der Sachbücher. 
Ich lese kein Sience Fiction, kein Chicklit. 

Was bleibt denn da noch? 

Die Antwort ist erstaunlich einfach: genug. 
Zeitgenössische Romane aus der arabischen Welt, wenn auch die Auswahl der ins Deutsche übersetzten Bücher mager ist. 
Romane deutscher Autoren, die in keinen Listen vertreten sind und trotzdem angenehme Lesestunden bereiten. 
Ab und zu einen Fantasyroman. Den aber bitte nur zur Herbst- und Winterzeit. Bei 40 Grad im Schatten bereitet diese Lektüre mir keine Freude. 
Historische Romane. Zwischendurch ein Blick zurück, mehr oder weniger fundiert, kann auch nicht schaden. 
Bücher, die mir von Freunden und Bekannten empfohlen werden. 
Bücher, die mir auf Bücherblogs auffallen. 
Bücher, die ich nach Jahren in meinem SUB (Stapel ungelesener Bücher) neu entdecke. 
Ein Krimi, oder  auch ein Thriller. Das schnelle Popcornbuch.

Es gibt Bücher wie Sand am Meer. 
Das ist anstrengend, wer kann schon die Spreu vom Weizen trennen. 
Das ist spannend, es gibt so viele Möglichkeiten Neues zu entdecken.

Jeder mag selber entscheiden nach welchen Kriterien er seine Lektüre wählt. Mir gefiel eine der 10 Regeln besonders, die Roger Willemsen im aktuellen Katalog der Mayerschen vor-, bzw. aufstellt:

"[...] identifizieren Sie, was Sie von ihrem Buch erwarten. Bekennen Sie sich zu Ihren Ansprüchen."
Damit ist eigentlich alles gesagt.

Kommentare:

  1. Bravo, bravo ! Du sprichst mir aus der Seele. Auch ich kümmere mich nicht um irgendwelche Listen etc. Ich kümmere mich nur um meinen Geschmack und was in der jeweiligen Situation für mich das richtige Buch erscheint.
    Und ich hab wieder einen schönen neuen Ausdruck gelernt: "Das schnelle Popcornbuch"....muss ich mir merken!!! LG

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  2. Ich lese selten. Wenn ich lese und Freunden oder Kollegen von diesen Büchern erzähle, kann keiner etwas damit anfangen. Ich lese die Bücher nicht, weil sie auf einer Bestseller Liste stehen, sondern weil sie mich persönlich interessieren, manchmal sogar mitreißen. Es erleichtert mich, dass es dir da nicht anders geht. Einen schönen Tag dir. :)

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  3. Auch ich kann dir nur zustimmen. Manchmal plagt mich das schlechte Gewissen, weil ich so wenig über die aktuelle deutsche Gegenwartsliteratur weiß oder Phasen habe (wie zum Beispiel dieses Jahr) wo ich hauptsächlich Kinderbücher lese. Dabei ist das doch Blödsinn. Ich lese gern und ich lese das was mir gefällt, basta. :)

    Lg, Antonia

    p.s.: interessanterweise ändert sich mein Leseverhalten im Herbst/ Winter auch immer etwas. Charles Dickens kann ich zum Beispiel nur in dieser Jahreszeit lesen.

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  4. Schön, dass es euch genauso geht wie mir. Von daher freue ich mich über einen weiterhin regen Austausch von Bucheindrücken, jenseits der Bestsellerlisten, mit euch.

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