Susan Abulhawa - Als die Sonne im Meer verschwand

Diana-Verlag - ISBN: 9783453291706


In Amerika aufgewachsen, kennt die Palästinenserin Nur die malerischen Dörfer ihrer Heimat bloß aus den Erzählungen ihres Großvaters. Doch dann trifft sie Jamal, der als Arzt in Gaza arbeitet und sie dorthin einlädt. Zum ersten Mal reist Nur zu ihrer Familie und erlebt, wie eng deren Geschichte mit der Israels und Palästinas verflochten ist. Sie ist überwältigt von den Eindrücken, erfährt aber auch eine bittere Wahrheit über Jamal. Stehen lediglich die strengen Regeln seiner Kultur zwischen ihnen? Nur muss herausfinden, wohin sie und ihre Liebe gehören. 











Susan Abulhawa schreibt Romane über den Konflikt zwischen Palästina und Israel.
Als Kind palästinensischer Flüchtlinge, aufgewachsen in Kuwait, Jordanien, Jerusalem und den USA, schreibt sie diese aus Sicht der Palästinenser. Man mag ihr dabei vorhalten ihr Blick sei einseitig und die Rolle der Palästinenser als Opfer festgeschrieben. Ich teile diesen Vorwurf nicht, schließlich schreibt sie Romane und keine Sachbücher über die Region. Zumal erscheint mir ihre Art des Erzählens aus palästinensischer Sicht so authentischer. Objektives Reflektieren ist in lang verzettelten Konflikten wohl sehr  unrealistisch wie man es leider immer wieder in den Nachrichten verfolgen muss.

Nur, die weibliche Hauptfigur in diesem Roman ist in Amerika aufgewachsen, einem Amerika welches auch nur bedingt in der Lage die Menschen in seinem Land vor Unglück zu beschützen wie der Leser an der Figur von Nur erfahren wird. 
In den 1990er Jahren gelangt sie nun über die Einladung des Arztes Jamal nach Palästina, in das Land ihrer Vorfahren. Diese mussten 1948 nach israelischen Angriffen ihr Dorf verlassen und kommen in den politischen Wirren nicht zur Ruhe. 

Mit den Augen der Amerikanerin erfährt der Leser wie anders das Leben in der arabischen Welt gelebt und verstanden wird. Die Autorin geht in ihrer Erzählung nicht geradlinig vor, sondern springt zwischen den Jahreszahlen und den beteiligten Akteuren hin und her. Dabei weiß sie sich der arabischen blumigen Erzählkunst durchaus zu bedienen, allerdings verknüpft sie vieles in dieser Geschichte durch ein sehr mystisches Element. Dies ist leider nicht sehr gelungen und vermag mehr Fragen beim Leser zu hinterlassen, denn Antworten zu geben. 

Um den Geschehnissen zu folgen gibt es im Anhang ein Glossar was mir jedoch nicht ausreichend erscheint. Ich habe das Buch in einer Leserunde auf Literaturschock.de gelesen und konnte in dieser Runde erkennen, dass das Lektorat gut daran getan hätte ein paar Fußnoten mit Erklärungen zu arabischen Ausdrücken und Gebräuchen einzufügen. Zu anders ist diese Welt, auch einige Pointen verlieren aufgrund fehlender Erklärungen ihre Wirkung. 

"Als die Sonne im Meer verschwand" ist eine Geschichte über die Frauen. Männer haben keine dominante Rolle im erzählten Alltag. Aber so ist es vielleicht auch im wirklichen Leben, zumindest in einigen Teilen der Welt. Die Männer spielen Krieg und Ähnliches und die Frauen müssen sehen wie sie klarkommen. Und sie kommen klar.
Wer die Bücher der Autorin noch nicht kennt, sollte vielleicht mit "Während die Welt schlief" beginnen. Zumindest mich konnte der Erstling mehr überzeugen. 

Kommentare

  1. Das klingt ja spannend. Besonders dein letzer Absatz sagt mir sehr zu. Hab einen schönen Abend. Caro

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    1. Huch, du warst du mir fast zu schnell. Mir gefiel ihr erstes Buch nämlich weitaus besser. Ich habe es jetzt auch noch im Text oben eingefügt. Dir auch noch einen schönen Abend.

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    2. Ich bearbeite auch immer nochmal etwas nach dem Veröffentlichen. :)

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  2. Während ich unter deinem Post den Kommentar schrieb, kam die Email zur Freischaltung von deinem Kommentar. :)

    Ich hatte die Adresse des Blogs in der Bewerbung angegeben, bin also nicht über Google gefunden worden. Aber das Interesse des Gegenübers an mir und meiner Person war schon beeindruckend. :)

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