Rafik Schami - Ein Erzählabend in Düsseldorf
















Ach was habe ich mich gefreut, auf letzten Dienstag mit Rafik Schami in Düsseldorf-Garath. Veranstalter war die Buchhandlung Dietsch aus Düsseldorf. Es waren wirklich wunderbare Stunden. Dieser Mann strahlt eine Ruhe und Ausgeglichenheit aus, dass es fast unheimlich ist. Keinerlei Eitelkeit, keinerlei Unbehagen seinem Publikum gegenüber. 
Ein Erzähltalent mit einer unglaublich angenehmen Stimme. Das gibt es so nicht oft. 


Vor dem Erzählen, in der Pause, nach dem offiziellen Teil, Herr Schami signierte eifrig Bücher, ließ sich fotografieren und stand Rede und Antwort.





























Warum eigentlich Erzählabend und nicht Lesung? Ein kleiner Stehtisch auf der Bühne. Auf dem Tisch eine Flasche Wasser und ein Glas, kein Buch. 
Rafik Schami erzählte aus seinem neuen Buch "Sophia oder der Anfang aller Geschichten". 


























Der Autor erzählte frei, ohne Buch, ohne irgendwelche Kärtchen, ohne Monitor. Er erzählte und untermalte diese Geschichte mit kleinen realen Anekdoten aus Syrien und der arabischen Welt. Ein Mittler zwischen den Welten. Informativ waren die Anmerkungen, für ihn schon sehr politisch, nicht unbedingt lustig, aber gerade aktuell sehr wichtig. Rafik Schami ist 1946 in Damaskus geboren und 1970 geflohen. Seit 1971 lebt er in Deutschland, er hat seine Heimatstadt seitdem nie wieder besuchen können. 
Leser von Rafik Schami werden die Problematiken kennen, es bräuchte anderes Publikum um zu sensibilisieren und aufzuklären. 
Das Publikum war entgegen anderer Lesungen, bei denen die weibliche Leserschaft eindeutig in der Mehrheit ist, sehr gemischt, nicht nur vom Geschlecht, auch vom Alter und wie man erkennen konnte auch von den Konfessionen. 

Stundenlang hätte ich Herrn Schami noch zuhören können. Bewundernswert, wie er immer wieder den eigentlichen Erzählstrang verließ, Nebengeschichten einbaute, um dann -ohne sich zu verrennen- wieder bei der Haupterzählung ankam. Zwei Stunden dauerte seine Erzählung mit 15 minütiger Pause, ohne dass er das Ende von "Sophia" verraten hat. 





























Ich freue mich sehr auf das Buch, gerade nach diesem wunderbaren Abend, hat doch der Autor soviel aus dem Buch erzählt, dass man das Gefühl hatte das Buch habe mehr als tausend Seiten, dabei sind es "nur" 476. 
Ich bin gespannt inwieweit ich das Erzählte in dem Buch wieder treffe. Begeistert werde ich sein, dass weiß ich jetzt schon. 




Kommentare

  1. Du machst mich ganz zappelig! Ich hoffe, ich schaff´s auch auf so einen Erzählabend! Hab mir vorhin sein Buch gekauft, konnte mich nicht mehr zurückhalten! :-)
    Danke für den Bericht! Er ist ganz toll geworden! *schwärm*

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    1. Vielen lieben Dank. Ich drück dir die Daumen, dass du auch noch zu so einem Abend kommst.

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  2. Interessant, da wir ja bald nach Deutschland zurueckkehren, werde ich mir vielleicht auch mal ein Buch von ihm zulegen. Welches koenntest du empfehlen? Wie du weisst, interessieren mich insbesondere Buecher, die in die Kultur und die Lebensweise der Menschen einfuehren. Vielleicht hat er ja mal ein Buch ueber seine Jugend und Kindheit in Syrien geschrieben? Ich hatte dir mal von dem palaestinensischen Autor Wadi Soudha (Kafka und andere palaestinensische Geschichten) erzaehlt. Geschichten und Buecher in dieser Art gefallen mir.

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    1. Puh, schwierig. Ich habe das von dir genannte Buch noch nicht gelesen. Autobiografisch sind von Schami vielleicht "Damaskus: Der Geschmack einer Stadt", oder das Hörbuch "Murmeln meiner Kindheit". Allerdings ist Schami eher unpolitisch und ob sich seine Bücher jetzt empfehlen etwas über Syrien zu lernen, bedingt. Doch, da fällt mir noch eins ein "Eine Hand voller Sterne." Läuft zwar unter Jugendbuch, aber die Lektüre lohnt.

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