13. Dezember 2015

Zeit für Besinnlichkeit?


Ich habe dieses Jahr 4 Weihnachtsmärkte besucht. Den Besonderen Weihnachtsmarkt in Krefeld, den um die Burg Linn, Münster und Ahrweiler. 
Allen Unkenrufen zum Trotz waren alle Märkte gut besucht, soweit ich dies nach vier Jahren Weihnachtsmarktabstinenz beurteilen kann. Zumindest schob schob es sich mehr oder weniger über die Märkte. 
Lediglich in Münster war ein größeres Aufgebot der Polizei zu erkennen, ob ein Zusammenhang mit der bestehenden Terrorwarnung dafür verantwortlich ist kann ich nicht beurteilen.

Von Kitsch, bis hin zu wirklich schöner Weihnachtskunst, ist alles vertreten. Natürlich wird in der Presse wieder gemeckert, es werde zu wenig gekauft. Natürlich, das ist Deutschland und meckern gehört dazu. Soll denn jeder Bürger, jedes Jahr, die Dekoration für sein Weihnachtsbäumchen auf den Weihnachtsmärkten komplett neu kaufen? Ach ja, wenn der Rubel nicht rollt. 
Weiter gab es festzustellen, Glühwein schmeckt auch bei doppelten Plusgraden, wenn er denn gut ist und nicht aus dieser Flaschenplörre besteht. Sensationell war er in Ahrweiler, ein Grund nochmal dorthin zu fahren. 
Warum ich das alles erzähle? Um festzustellen, dass die Weihnachtsmärkte immer noch Weihnachtsmärkte heißen, diese immer noch gut besucht sind und viele Menschen daran Freude haben. Eine Bedrohung des Abendlandes und seiner Traditionen konnte ich nicht erkennen. 

Ich habe die Tage "meinen" Fifty-Fitfty-Verkäufer besucht. Neben der monatlichen Zeitschrift bekommen seine Kunden zu Weihnachten immer eine Weihnachtskarte mit einem kleinen persönlichen Jahresrückblick. 
Auch hier sind die Asylanten ein Thema, wenn auch indirekt. Es ist natürlich nicht hilfreich, wenn eine eigentliche Stammkundin jetzt einen anderen Fifty-Fifty Verkäufer favorisiert, aber das mag zum Leben noch dazu gehören. 
Wenn eine Kundin jedoch, wie es in der Karte steht und wie mir geschildert wurde, ihm die Hilfe verweigert weil sie 200 Euro für Flüchtlinge gespendet habe, dann ist das schlimm. 180 Euro für die Flüchtlinge und 20 Euro für den fifty-fifty-Mann hätten es doch auch getan.

Und doch hat er Verständnis für die Kriegsflüchtlinge "Wir würden doch das Gleiche tun um uns zu retten". Eben, würden wir.


Was aber nicht heißt, dass man die Menschen, die in Deutschland Hilfe brauchen nun Vergessen sollte. Wenn ich eine Summe X zur Verfügung habe und Spenden möchte kann die Hilfe auch aufgeteilt werden, das kann doch kein Problem sein.
Und doch, es müsste meinem Verkäufer hervorragend gehen, ja in Geld schwimmen müsste er. Nehme ich Bezug auf all die Kommentare bei Facebook, die dem Asylanten Hilfe verweigern und darauf hinweisen, dass es in Deutschland genügend Obdachlose gibt, die der Hilfe bedürfen. 

Ach so, ich dachte die, die darauf hinweisen helfen den Obdachlosen? Ein Irrtum wie mir scheint. Nein, nein, sie helfen wohl nicht selber, sie weisen andere darauf hin, wo und wie sie zu helfen haben und spielen Hilfsbedürftige gegeneinander aus. Anders kann mich mir folgenden Satz in der Weihnachtskarte nicht erklären

"[...] Vor 2-3 Jahren hatte ich einmal im Monat einen Tag an dem ich keine Zeitung verkauft habe und demzufolge nur 2 - 3 Euro eingenommen habe. Das ist leider jetzt die Normalität, denn die Zahl derer die großzügig zu mir sind kann ich an den Fingern abzählen!"
Wer übrigens nicht weiß, was es mit Fifty-Fifty auf sich hat und vielleicht schon seit Jahren an den Verkäufern vorbei läuft: Info

Ich mag gar niemandem Vorschreiben ob und an wen er zu spenden hat. Aber das Gejammer und das Schüren von Ängsten (was absolut nichts damit gemein hat Bedenken anzuerkennen um Lösungen zu finden) kann ich nicht mehr hören. 

Ich wünsche weiterhin eine besinnliche Weihnachtszeit.



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