Stephen King - Mr. Mercedes

Heyne Verlag - ISBN: 9783453269415

Eine wirtschaftlich geplagte Großstadt im Mittleren Westen de USA. In den frühen Morgenstunden haben sich auf dem Parkplatz vor der Stadthalle Hunderte verzweifelter Arbeitssuchende eingefunden. Jeder will der Erste sein, wenn die Jobbörse ihre Tore öffnet. Im Morgendunst blendet ein Autofahrer auf. Ohne Vorwarnung pflügt er mit einem gestohlenen Mercedes durch die wartende Menge, setzt zurück und nimmt erneut Anlauf. Es gibt viele Tote und Verletzte. Der Mörder entkommt. Noch Monate später quält den inzwischen pensionierten Detective Bill Hodges, dass er den Fall des Mercedes-Killers nicht aufklären konnte. Auf einmal bekommt er Post von jemand, der sich selbst der Tat bezichtigt und ein noch diabolischeres Verbrechen ankündigt. Hodges erwacht aus seiner Rentnerlethargie. Im Verein mit ein paar merkwürdigen Verbündeten setzt er alles daran, den geisteskranken Killer zu stoppen. Aber der ist seinen Verfolgern immer einen Schritt voraus. 










Ich bin King-Fan, seit mindestens 1986. Zumindest habe ich "es" als 7. Auflage von 1986 im Regal stehen. Die Romane, davor und danach erschienen, nenne ich fast alle mein Eigen und getrennt habe ich mich von keinem dieser Bücher (somit habe ich circa 3 Meter Stephen King in meinem Ivar) - was ich nicht von allen meinen gelesenen Büchern behaupten kann.

Die Pfade des Horrorautors hat King teilweise hinter sich gelassen, auch wenn der große Teil der Fangemeinde immer noch auf einen Knaller dieses Genres wartet.
Dabei kann der Alltag wahnsinnig genug sein, wie hier, als ein Wahnsinniger in eine Gruppe Arbeitssuchende fährt, mit einem Mercedes. Natürlich erst, nachdem der Autor seinem Leser diese Gruppe, auf Arbeit hoffende Personen, menschlich ein wenig näher gebracht hat. 

Der frustrierte übergewichtige Detective Bill Hodges, der seine Rente vor dem Fernsehgerät verbringt und diesen Fall vor seiner Pensionierung nicht lösen konnte, bekommt eines Tages einen Brief von Mr. Mercedes. Glaubt Brady Hartsfield - Mr. Mercedes- er könne mit diesem Schreiben den Detective in den Freitod schicken, so wird er eines Besseren belehrt. Bill erwacht aus seiner Lethargie, ein Katz- und Mausspiel beginnt und Bill will den Fall nun als Rentner lösen.

Kennt der Leser also sehr schnell den Täter, liegt die eigentliche Spannung in der Erzählung selber. Ein guter Ermittler mit einem feinen Gespür für seinen Job versucht dem Täter auf die Spur zu kommen, mit Hilfe ein paar skurriler Figuren und schnöder IT, wie sie heute in jedem Haushalt genutzt wird. Natürlich geschieht das Ganze immer an Rande der Legalität, im Ruhestand sind einem eben mehr oder weniger die Hände gebunden. 

Die Geschichte hat Tempo, Spannung, Menschlichkeit, keinerlei Horroranteile, jedoch einen charmanten Witz. Ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt und freue mich bereits auf die nächste Geschichte um den pensionierten Detective Bill Hodges, letztes Jahr unter dem Titel "Finderlohn" bei Heyne erschienen. 



Kommentare

  1. Danke für diese Rezension! Stephen King habe ich bisher nur in verfilmter Fassung kennengelernt, ich weiß nicht, weshalb ich nie ein Buch zur Hand nahm, das wird sich ändern. Und bei 3 Metern steht mir da mehr Stoff zur Auswahl als ich dachte... Viele Grüße, Martina

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    1. Das gibt Lesestoff ohne Ende :-)). Ich freue mich wenn du berichtest, ob die Bücher dir auch gefallen.
      Viele Grüße

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  2. Meine erste in Buchform genossene Geschichte von Stephen King nach dieser Rezension, Mr Mercedes. Kein Horror, keine Phantasy, ein wirklich ganz toll geschriebener Thriller. Wendungen, die nicht voraussehbar waren und die Verbindung Thriller mit Humor habe ich bisher nirgends anderswo entdeckt. Dankeschön für die Empfehlung! Das war wohl auch nicht mein letztes Buch von S. King.
    Viele Grüße, Martina
    PS: Für Deine tollen Fotos und Reisegeschichten muß ich nochmal extra wiederkommmen!

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  3. Hallo Martina,
    herzlichen Dank für deine Rückmeldung. Es freut mich, dass du das Buch aufgrund meiner kleinen Rezi gelesen hast. Noch mehr freut mich, dass es dir gefallen hat.

    Du darfst gerne öfter wiederkommen.

    Viele Grüße
    Isabelle

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