6. Oktober 2016

Marie Velden - Sommer in Sepia

dtv - ISBN: 9783423215183

Klappentext:

Vom Verlieren und Wiederfinden der Liebe.

"In den letzten Tagen hatte ich etwas erfahren, das mir wie ein inneres Wiederergrünen vorgekommen war. Als sprössen einem alten Baum neue Triebe. Ich wollte wieder leben, nicht nur funktionieren..."













Die meisten Liebesromane sind doch eher überladen bis kitschig. Ganz anders dieser wunderbare Roman von Marie Velden. Wer um schmalzige Gefühle eher einen Bogen macht, darf hier getrost zugreifen und lesen. 

Eine Familie, wie es sie so oft gibt. Die Eheleute Veronika und Thomas, beide mitte Vierzig, im eigenen Heim. Die Kinder werden flügge und sind fast aus dem Haus, so wie die Liebe. Die Liebe hat still und heimlich das Paar verlassen, man lebt nebeneinander her. Sich arrangieren, nennt man das wohl.
Die Geschichte wird aus der Perspektive der hauptsächlich agierenden Personen, Thomas und Florentine, als Ich-Erzähler beschrieben, aber auch Veronika, die Ehefrau, kommt zu Wort. Wobei keine stereotype Midlifekrise beschrieben wird. Alleine das liest erfrischend normal, wenn auch ein wenig untypisch für die meisten Romane dieser Gattung.

Thomas Bachmann, von Beruf Psychotherapeut, kann anderen Menschen helfen. Seine eigene Einsamkeit in der Ehe scheint schwieriger zu therapieren.
Erst eine heimliche Liebe zu Florentine, Besitzerin eines wunderbaren Blumenladens, gibt ihm neue Kraft. Diese Heimlichkeit macht diese Liebe fragil und doch wichtig. Es ist verrückt, aber als Leser freut man sich mit Florentine und Thomas, der Gedanke der Unmoral ist mir gar nicht gekommen. Vielleicht weil alle Figuren so menschlich, so zerbrechlich geschildert werden. 

Sehr poetisch, sehr stark, sehr menschlich. Eine richtige Perle ist dieser Roman.

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