Eine Lesung kann auch lustig ...

Ich gehe gerne zu einer Lesung. Ich mag es, wenn Autoren und Autorinnen aus ihren Werken vorlesen und ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern. Wie ist es zu dem Buch gekommen, wie wurde recherchiert, usw. usw. 
Und ich liebe es sehr, am Ende der Veranstaltung mit einem signierten Buch (wenn möglich bitte mit Widmung und Datum) nach Hause zu gehen.

Normalerweise sind Lesungen zwar sehr unterhaltsam, aber doch irgendwie seriös und ein Frauending. Von den anwesenden 10% männlicher Zuhörer / Leser sind bestimmt 5% als Begleitung ihrer Frau / Freundin zu betrachten, also nicht gerade freiwillig am Ort des Geschehens.

Ganz anders war es im Dezember bei einer Lesung in der Spielzeit, Krefeld, welche ich mit einer guten Freundin besucht habe. 
In der kleinen feinen Lokation, mit gerade einmal Platz für (ich habe nicht gezählt) circa 30 Interessierte, gaben sich Bernhard Hennen und Robert Corvus die Ehre. 


Das Publikum war erfrischend anders, ich meine ich hätte 3 Frauen, mich eingeschlossen, gezählt, der Rest war der männlichen Leserschaft zuzuordnen. Es ging locker zu, ein Gast ließ ein Paket Spekulatius herumgehen, der Eigentümer(?) der Spielzeit reichte in der Pause Christstollen.
Vorgestellt wurde bei dieser Lesung der 3te Teil der auf 12 Bände angelegten Phileasson-Saga. Wobei diese Saga sich auf das Rollenspiel Das Schwarze Auge (DSA) bezieht. 
Ich habe bisher noch keinen Band der Phileasson-Saga gelesen, weiß aber wie wunderbar Bernhard Hennen schreibt und bin vor ungefähr 25 Jahren als Rollenspielerin selber im DSA durch Aventurien gestreift. 

Der Abend hat sich mehr als gelohnt. Neben den, in verteilten Rollen, vorgelesenen Kapiteln aus dem aktuellen Band, gab es Schlagabtausche, die schöner nicht sein konnten.
Jeder der Autoren bearbeitet einen Part in den Geschichten und haben dadurch bedingt natürlich auch unterschiedliche Ideen, welche nicht immer auf Gegenliebe stoßen.
Robert Corvus zum Beispiel schwebt eine kleine Elfe vor, welche beim Fliegen eine Spur aus Glitzerstaub hinter sich herzieht. Bernhard Hennen, als Vater von heranwachsenden Töchtern mit dem Besuch sämtlicher Barbiefilme bestraft, negiert diese Idee aus gegebenen Anlass bis aufs Äußerste. 

Es wurde also gelesen, aus dem Nähkästchen geplaudert, Tipps an interssierte Nachwuchsautoren gegeben und - gesungen. Ja, gesungen.
Nach der Pause ließen es die Herren Autoren sich nicht nehmen, das Publikum ein Liedchen trällern zu lassen. 
"Blender Beorn Ballade" - (Melodie egal - Hauptsache laut)
Während Robert sich als Dirigent versuchte und Bernhard als Türwächter verhinderte, dass das Publikum die Räumlichkeiten lieber schnell verlassen wollte, sangen wir also. Nicht schön, aber laut. So als wäre jeder für sich und unter der Dusche. Ich gestehe, es war recht erheiternd.

Der Dirigent:



Der Türwächter:


Vor der Veranstaltung, in der Pause und nach der Lesung wurde geduldigst signiert, alles was signiert werden konnte. Das aktuelle Buch, alte Bücher, uralte Bücher, das Liedblatt, uvm.



Ein wirklich wunderbarer Abend. Im September soll Band 4 erscheinen, vielleicht habe ich die vorherigen Bände bis dahin gelesen. Allerdings muss ich mich dann wohl beeilen, denn eine Macke habe ich: ich lese Fantasy nur im Herbst und im Winter. Sommerlektüre sieht bei mir anders aus.



Die Lesung auf Kerkis Farbenkleckse

Kommentare

  1. Die bekommst du schnell weg gelesen, meine liebe Freundin. Es entwickelt sich nämlich schon beim Lesen von Band 1 ein gewisses Suchtpotenzial. Ich habe jetzt den 3. Band aus und ich kann nur sagen: Alle drei Bände sind TOP!

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  2. OK, ich nehme dich beim Wort. Ich lese noch mein aktuelles Buch und ein Angefanges zu Ende und dann lege ich los.

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