22. Januar 2013

Weibliche Genitalverstümmelung gehört nicht zum Islam!

























Einige Dinge aus der Zeit der Pharaonen haben sich bis in die heutige Zeit gehalten. Die Pyramiden, Tempel und Mumien, um nur ein paar zu nennen. Leider ist auch die weibliche Beschneidung ein Relikt aus alten Zeiten, welches noch heute praktiziert wird.
Laut Medienberichten sind ca. 90% - 95% aller Ägypterinnen beschnitten. In welcher Art und Weise dies in der Praxis ausgeführt wird möchte ich hier nicht zum Thema machen, es gibt genügend Berichte im www sollte weiteres Interesse an Einzelheiten bestehen. 
Bereits unter Mubarak war diese Praktik verboten.
Wie ich wieder den Medien entnehmen konnte war dieser Brauch in jener Zeit tatsächlich etwas rückläufig, legt allerdings heute unter der Machtausübung der Moslembrüder und Salafisten wieder zu. Weit verbreitet ist  der Irrglaube diese abscheuliche Tat gehöre zum Islam.
Die Familie in der ich mich während meiner Ägyptenurlaube aufhalte, lässt ihre Mädchen, im Glauben ihre Pflicht als gläubige Moslems auszuüben, auch beschneiden. Es ist ein Thema welches mich teilweise Nachts im Urlaub nicht schlafen ließ. Immerhin bin ich in einer Familie gelandet, in der ich dieses Thema ansprechen kann und mir Auskunft erteilt wird, so konnte ich auch erfahren, dass die Mädchen circa 2 Jahre alt sind wenn man diese Operation an ihnen vornehmen lässt.
Die Überzeugung im Namen Allahs zu handeln war dabei überdeutlich zu spüren. Böswilligkeit, mit der Absicht die weibliche Sexualität unterdrücken zu wollen, konnte ich in dieser Familie nicht erkennen, allerdings auch keine Einsicht, dass dies den Mädchen und Frauen Schaden zufügt.

Leider schaffen es keine Argumente von meiner Seite, dass diese Taten hinterfragt werden. Es wird sich stur auf die Tradition berufen und darauf, dass die Mutter, die Tanten und die Schwestern schließlich auch operiert wurden. Reflektieren ist in Ägypten nicht sehr weit verbreitet. 

Ende letzten Jahres war Rüdiger Nehberg in der NDR-Talkshow zu Gast und stellte DAS GOLDENE BUCH vor. Dieses Buch soll kostenlos an die Vorbeter der Moscheen in den Ländern verteilt werden in welchen die Genitalverstümmelung an Mädchen praktiziert wird. 
Ich wurde hellhörig, neugierig und fand die entsprechende Seite im Netz. Rüdiger Nehberg ist der erste Vorsitzende des Vereins Target welcher sich den Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung zur Aufgabe gemacht hat.

Diesem Verein ist es im Jahr 2006 tatsächlich gelungen in Kairo in der Azhar-Universität mit ranghohen Vertretern des Islams eine Ächtung und ein Verbot dieser Genitalverstümmelungen an Mädchen zu verfassen. 
Für dieses Verbot wurden Fatwas, also verbindliche religiöse Rechtsgutachten, verfasst. Diese sind hier als PDF im Original auf arabisch und in deutscher Übersetzung zu finden
Sollte dies einen Ägpyter immer noch nicht überzeugen finden sich sogar Videos (mit deutschen Untertiteln) dazu auf der Seite.


Wenn schon andere im Großen solch ein Verbot erreichen konnten, liegt es nun an jedem Einzelnen dieses in der Bevölkerung bekannt zu machen. Traditionen lassen sich nicht so leicht aus den Köpfen der konservativen Menschen vertreiben, es werden wohl noch Jahrzehnte vergehen bis sich eine Änderung einstellt. Dennoch ist es möglich ein Pflänzchen namens Zweifel zu sähen, welches irgendwann mal wachsen und gedeihen kann. Leider wird das nicht ohne die Regierung, die Vorbeter in den Moscheen und das staatliche Fernsehen funktionieren. Diese Hoffnung scheint zur Zeit leider sehr abwegig, aber wie heißt es doch so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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