16. September 2013

Tony Parsons - Erzähl mir nichts von Wundern

Piper Verlag - ISBN: 978-3-492-04715-9

Klappentext:
"Drei Schwestern, drei Leben und jede Menge Fragen:
Jessie liebt Paulo. Doch sie glaubt, dass zum wahren Glück mindestens drei gehören. Was aber, wenn es mit dem ersehnten Nachwuchs nicht klappen will? Cat liebt das Leben. Sie hat einen tollen Job und einen liebevollen Freund. Aber ist das wirklich genug?
Megan weiß nicht, ob sie Kirk wirklich liebt. Aber soll ihr Kind deshalb ohne Vater aufwachsen?"







Tony Parsons erzählt in seinem Roman Erzähl mir nichts von Wundern über die Liebe. Er macht es in gewohnter Manier, so wie ich es seit dem Buch "One for my Baby" von ihm gewohnt bin. Leichtfüssig und ohne Kitsch, wie es sonst nur noch Nick Hornby versteht zu schreiben.

Die drei Schwestern Cat, Jessie und Megan wachsen ohne ihre Mutter auf, nachdem diese ihre persönliche Lebensweisheit  gefunden hatte
"Deine Eltern versauen dir die erste Hälfte des Lebens", hatte ihre Mutter gesagt, als Cat elf Jahre alt war, "und deine Kinder die zweite."
Als erwachsene Frauen versuchen sie nun ihren Weg zu finden. Individuell, stark und unabhängig, ober auch besessen vom Kinderwunsch und der Idee der vollkommenen Familie. 
Wer nun meint Tony Parsons hat einen Frauenroman geschrieben, der irrt, auch wenn die drei Schwestern im Mittelpunkt stehen. Der Autor versteht es ebenso den männlichen Part darzulegen. Die Gedanken und Gefühle von Männern, die als Vater, Ehemann, Partner und One Night Stand vorkommen. Er schreibt von Männern die treu sind, betrügen und wirkliche Liebe empfinden. 
"Früher bekamen Frauen mit dem ersten Mann ihres Leben ein Kind. Heutzutage bekamen sie eher eines mit dem letzten."
Wie sehen Liebe und Familienplanung in unserer heutigen Gesellschaft aus? In diesem Buch steht keine Lösung, denn die gibt einem nur das wirkliche Leben, aber es malt Ansätze aus, auch wenn alles irgendwie mit dem Wunsch enden ein Kind zu bekommen. Vielleicht das einzige Manko an dieser Geschichte, ein bisschen weniger Kinderwünsche wären auch glaubhaft gewesen.

Es geht um den Wunsch ein Kind zu bekommen, um Adoption und Abtreibung, künstliche Befruchtung und Selbstverwirklichung, ohne dass die 392 Seiten überladen wirken, der Leser erdrückt wird.

Dieser Roman erstickt nicht im typischen heile Welt Klischee. Es gibt Freude, Liebe und Rückhalt, aber eben auch Zweifel und Niederlagen. Die Charaktere erscheinen erfrischend authentisch.

Eine breite Palette des alltäglichen Seins, natürlich irgendwie mit einem Happy End, denn eines ist es doch, ein Unterhaltungsroman. Für meinen Geschmack ein gelungener.

Erzähl mir nichts von Wundern ist der Titel der Hardcoverausgabe, auf deutsch erschienen 2006. Das Taschenbuch erschien vier Jahre später unter dem Titel Ewig und drei Schwestern. Warum das so gehandhabt wurde kann wohl nur der Verlag beantworten. Im Original heißt es übrigens The Family Way

Kommentare:

  1. du machst mich neugierig auf das buch und ich hab meine nicht gezählt aber es könnte sich dann in ähnlichen regionen bewegen. ein paar hundert bücher hab ich an eine bekannte gegeben bei meinem 1. umzug und nun gerade hab ich bei meiner verstorbenen cousine mit aufgeräumt und die bücher gehen zur tierhilfe hier in OHZ.
    also - *erzähl mir nichts von wundern* ;).

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  2. Manchmal ist so ein Titel eben Programm. :-)

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  3. Ich konnte jetzt nicht wirklich herauslesen, wie du das Buch nun empfunden hast. Gut? Schlecht? Lesenswert? So lala? Was ist dein Fazit?
    Oder habe ich da etwas überlesen?
    Du weißt, ich lege auf deine Meinung einen großen Wert ;-)
    LG Pat (die schon die Koffer gepackt hat)

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  4. Dann lies nochmal ;-)
    Mir hat es gut gefallen. Ich mag einfach seine Art zu schreiben.
    LG Isa, die noch am Packen ist (so ein schönes Deutsch)

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