Jörg Armbruster - Brennpunkt Nahost. Die Zerstörung Syriens und das Versagen des Westens


Klappentext:
Wohl keine der Parteien, die in den nun schon Jahre währenden Bürgerkrieg in Syrien verwickelt ist, kann noch auf nennenswerte Erfolge hoffen. Das Land versinkt in Trümmern, hunderttausende sind der Gewalt zum Opfer gefallen, Millionen auf der Flucht. Wie durch ein Brennglas schaut eine paralysierte Weltöffentlichkeit auf ein Land, in dem sich verschiedene regionale und internationale Konflikte zu bündeln scheinen. Welche Rolle spielen die einzelnen Akteure in diesem Inferno? Welche Ziele verfolgen sie? Sollte interveniert werden, und wenn ja, wie, von wem und mit welcher Aussicht auf Erfolg? Jörg Armbruster zeichnet das düstere Bild eines untergehenden Staates und seiner weitgehend hilflos leidenden Bewohner vor der Kulisse eines drohenden Flächenbrandes im Nahen Osten.


Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung 
ISBN: 978-3-8389-0400-9

oder  Verlag WESTEND - ISBN: 9783864890376



"In jenem Dezember 2011 meldeten die Berichterstatter 10.000 Tote, und die Welt gab sich erschrocken. Bis Juli 2013 hat die UNO über 100.000 Tote gezählt. Wirklich entsetzt ist aber kaum noch jemand, obwohl die Zahl der Opfer steigt und steigt."
Für den interessierten Laien recht anschaulich, schildert Jörg Armbruster die aktuelle Lage im Nahen Osten auf etwas mehr als 200 Seiten, wobei er sich nicht auf den Bürgerkrieg in Syrien beschränkt. Denn dieser Krieg ist zu einem Stellvertreterkrieg mutiert und der arabische Raum komplizierter und untereinander verknüpfter als es auf den ersten Blick erscheint.
Welche Ziele verfolgen dabei die USA und Russland? Warum hat sich Erdogan von seinem langjährigen Freund Assad abgewendet? Was ist mit Saudi-Arabien, Katar, Israel und dem Iran? Jörg Armbruster gibt Antworten auf diese Fragen, gibt Einblicke in die Sicht der Sunniten und der Schiiten.  

Er warnt vor einem Flächenbrand in der gesamten Region, entfacht durch einen Funken welcher vor gut 100 Jahren durch das Sykes-Picot-Abkommen gelegt wurde und bis in die Gegenwart glimmt. In seiner Arroganz hatte der Westen, aus Habgier und Unkenntnis, nach dem ersten Weltkrieg Versprechen gebrochen und Staaten geboren, die nur durch Diktatoren zusammen gehalten werden konnten und können. 

Fast anklagend ist sein Ton gegen die aktuelle Untätigkeit des Westens, die durch ihr zögerliches Handeln mit dazu beigetragen hat, dass Assads Warnung vor Extremisten und Terroristen zu einer sich selbsterfüllenden Prophezeiung werden konnte. 


Bereichert werden diese Reportagen, Gedanken und Recherchen durch hilfreiche Informationen, die Begrifflichkeiten und aktuelle Zustände erkären und verständlich machen.

Eine bittere, aber hilfreiche Lektüre, die aufzeigt, dass der Westen sich nicht enthalten kann, egal wie gerne er dies möchte.

Kommentare

  1. ich trau mich schon gar nicht mehr an solche lektüre dran. die vorstellung, dass das fazit immer ein schulterzucken bleibt, und sich keine ideen, vorstellungen und hilfen entwickeln, macht mich noch trauriger und hoffnungsloser...

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  2. Immerhin machen die Journalisten ihre Arbeit meist noch mit Herzblut. Zumindest bei dieser Lektüre merkt man, wie nah Jörg Armbruster das Ganze geht, auch wenn er sehr sachlich schreibt.

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  3. So, es war wohl gestern schon etwas zu spät für meine Antwort. Jetzt also noch mal. Ich weiß ganz genau was du meinst. Ich wüsste unabhängig davon gerne, wo sich unsere Politiker beraten lassen. Es ist auch bei dieser Lektüre klar erkennbar, dass z.B. Saudi-Arabien an demokratisch geführten Staaten, sei es Syrien, sei es Ägypten kein Interesse hat. Somit weiß man auch, wer von den Saudis in Syrien unterstützt wird. Und was macht Deutschland? Richtig, Waffengeschäfte mit Saudis. Es ist und bleibt unglaublich.

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  4. ja, diese tatsachen sind unglaublich und nicht mehr in worte zu fassen! aber, GELD regiert die welt - und jeder möchte ein stück, sei es auch nur ein krümelchen, von dem kuchen "macht" haben.

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